Spam-Flut

Spam-Anteil steigt auf etwa 90 Prozent

Spammer waren raffinierter als Filtersystem-Hersteller
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Im Jahr 2006 ist der Anteil der Spam-Mails auf etwa 90 Prozent des gesamten E-Mail-Verkehrs angestiegen. Das geht aus mehreren zum Jahresende veröffentlichten Spam-Berichten von Sicherheitsunternehmen und Spam-Jägern hervor. Nach Angaben der israelischen Sicherheitsfirma Commtouch liegt das Spam-Aufkommen mittlerweile bei 87 Prozent, was einer Zunahme von etwa 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen soll. Das auf E-Mail-Filtersysteme spezialisierte Unternehmen Postini geht gar von einem Rekord-Hoch von 93 Prozent Anteil der Spam-Mails am weltweiten E-Mail-Verkehr aus.

Die Spam-Experten sind sich einig: Trotz aller Bemühungen der Anti-Spam-Industrie, effektive Filter bereitzustellen, wären die Spammer im Jahr 2006 einfach schneller gewesen und hätten immer raffiniertere Methoden entwickelt, um Spam-Filter zu umgehen: "Im Jahr 2006 haben die Nutzer die Spam-Flut weitaus deutlicher wahrgenommen, weil viele Anti-Spam-Technologien von der stetig verbesserten Trickkiste der Spammer überfordert waren", kommentiert Amir Lev, Leitender Technischer Direktor bei Commtouch. Mit Techniken wie verteilten Botnets als Spam-Versendern und dem zunehmenden Einsatz von zufallsgeneriertem Bilder-Spam hätten die Spammer im vergangenen Jahr traditionelle Filter-Systeme auf Basis von IP-Blacklists und Content-Filtern ausmanövriert.

Spam-Flut mit Speicherlast von 1,7 Milliarden Megabyte pro Tag

Die Spam-Mafia kapert hunderttausende von PCs und missbraucht die so genannten Zombie-Rechner als Spam-Schleudern. Nach den Erkenntnissen von Commtouch fällt täglich eine fantastische Zahl von etwa 500 000 PCs den Botnet-Betreibern zum Opfer, etwa 85 Prozent der Spam-Mails werden über solche Botnets versandt. An jedem Tag seien etwa sechs bis acht Millionen Zombie-IP-Adressen aktiv, die in "Zombie-Armeen" von bis zu 200 000 gekaperten PCs gigantische Mengen von Spam-Mails verschicken. Ein durchschnittliches Botnet könne 160 Millionen Spam-Mails in nur zwei Stunden abfeuern, erklärt Commtouch. Besonders belastend für die E-Mail-Infrasrukturen ist dabei der speicherintensive Bilder-Spam, der 2006 an einzelnen Tagen die Speicherlast der Spam-Flut auf bis zu 1,7 Milliarden Megabyte anschwellen ließ.

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