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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Sparmöglichkeiten für Handytelefonate ins Ausland07.12.2006
08:54 Die Verfahren sind nicht immer unkompliziert
Das Telefonieren über das Internet, das vor
einigen Jahren noch als skurriles Hobby von Online-Geeks abgetan
wurde, hat auch in Deutschland längst ein breites Publikum erreicht.
Anbieter von VoIP-Diensten wie Skype, Vonage oder
sipgate hatten in den vergangenen Monaten einen erheblichen Anteil
daran, dass die großen Telekommunikationskonzerne in Europa und dem
Rest der Welt ihre Festnetztarife ständig senken mussten. Nun soll
VoIP auch die Welt des Mobilfunks umkrempeln. Doch nicht alles, was als VoIP vom Handy angepriesen wird, ist tatsächlich auch VoIP.
Die schwedische Firma Rebtel beispielsweise wirbt mit VoIP, um den zum Teil horrenden Auslandszuschlägen aus dem Weg zu gehen. Wie andere Telekommunikationsanbieter auch, nutzt Rebtel das Internet, um die digitalisierten Sprachpakete von einem Land ins andere zu transportieren. Trotzdem handelt es sich nicht um VoIP vom Handy, denn es werden für die "letzte Meile" noch klassische Mobilfunkverbindungen genutzt. Bei echten VoIP-Verbindungen vom Handy dagegen kommt das Gespräch über eine Datenverbindung etwa per UMTS oder beispielsweise über einen WLAN-Hotspot zustande. "Um ihren Umsatz pro Kunde zu retten, bieten die Mobilfunkfirmen inzwischen Inlandstarife an, bei denen man für einen festen Betrag eine Unmenge von Freiminuten bekommt", erläutert Marketing-Chef Greg Spector eine Voraussetzung für das Rebtel-Modell. Bei diesem handelt es sich allerdings um ein Callback-Verfahren. Dazu muss man sich auf der Website von Rebtel eine lokale Nummer einrichten lassen. Damit kann etwa ein Berliner seinen Geschäftspartner in Peru unter der Vorwahl 030 in Deutschland erreichen - und das Handy des Berliner klingelt, wenn der Partner eine bestimmte Nummer in Peru anwählt. Rebtel verlangt für jede Woche, die dieser Dienst genutzt wird, einen US-Dollar (0,75 Euro). Auch in Deutschland mehr NutzerFür derartige Anrufe benötigen die Rebtel-Kunden kein modernes Mobiltelefon, sondern können auch mit einem Uralt-Handy telefonieren. "Wir müssen nicht auf die nächste Generation der Smartphones warten", sagt Winbladh. Populär sei der Dienst derzeit vor allem in Polen, wo Rebtel-Kunden den Dienst nutzen, um Angehörige und Freunde anzurufen, die als Gastarbeiter in Großbritannien, den USA oder Deutschland untergekommen sind. "Wir bieten unseren Dienst inzwischen in 36 Ländern an, darunter Deutschland und fast die ganze EU, aber auch USA, Brasilien, Japan, Australien und Neuseeland." Und gerade in Deutschland erlebe Rebtel ein besonders starkes Wachstum. Hinter Rebtel stehen Wagniskapitalgeber aus Genf (Index Ventures) und dem kalifonischen Menlo Park (Benchmark Capital). Gründer Winbladh hat außerdem einen Teil der 150 Millionen Dollar in Rebtel investiert, die der Schwede vor einigen Jahren von Microsoft für seine damalige Startup-Firma Sendit erhalten hatte. Rebtel ist aber nicht der einzige Anbieter für derartige Lösungen. In Moutain View hat sich Jajah niedergelassen, ein von den Österreichern Roman Scharf und Daniel Mattes gegründetes Unternehmen. Jajah offeriert eine Gesprächsvermittlung über eine Website. Dabei werden die Nummern in den Browser eingetippt und die Verbindung über das Internet zu beiden Apparaten hergestellt - egal ob Festnetz-Telefon oder Handy. Dabei muss aber mindestens ein Teilnehmer am Computer sitzen, um die Vermittlung einzuleiten. Bei einigen neuen Handys funktioniert das auch ohne einen PC. Auch Jajah kann auf einen einflussreichen Wagniskapitalgeber verweisen, nämlich Sequoia Capital. Sequoia hat schätzungsweise jedes zehnte Unternehmen an der New Yorker Technologiebörse NASDAQ finanziert, darunter auch Apple Computer und Google. Least-Cost-Router für MobilgesprächeEinen anderen Weg geht die in Berlin beheimatete Firma AtelPlus GmbH, die über die Website www.Smart2Talk.com die Handysoftware Tarifjäger anbietet. Das Programm, das je nach Variante einmalig 30 Euro (Java) oder 40 Euro (Symbian) kostet, soll die preiswerteste Verbindungsmöglichkeit als so genannter Least-Cost-Router aufspüren und die Telefonate insbesondere bei Auslandsgesprächen ebenfalls preisgünstig als Datenpakete über das Internet weiterleiten. Für diese Software benötigt man allerdings ein aktuelles Smartphone, ein schlichtes altes WAP-Handy kann das nicht. Doch auch hier handelt es sich nicht um echte mobile VoIP-Verbindungen, sondern um Callthrough. Weitere Varianten von Handy-Callthrough finden Sie in einer eigenen Meldung. Doch bei all den neuen Sparmöglichkeiten ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Sprachqualität solcher Anbieter oft nicht beste ist, auch dauert der Verbindungsaufbau oft sehr lange. Mittlerweile gibt es für Auslandstelefonate oer Handy auch echte Mobilfunk-Angebote, die ebenfalls günstig und vor allem einfach zu nutzen sind. Dazu gehören unter anderem die Prepaid-Angebote Blauworld oder Just Talk International mit denen Handytelefonate zu ausländischen Festnetzanschlüssen bereits ab 9 Cent pro Minute möglich sind. dpa / Marie-Anne Winter
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