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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 13.02.2012 |
Internetsucht ist ein Symptom psychischer Erkrankungen21.11.2006
16:41 Depressionen sowie Angst- und Persönlichkeitsstörungen als Auslöser
Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover
(MHH) haben
Internet-Abhängigkeit als Symptom psychischer Erkrankungen nachgewiesen.
Hauptgrund für exzessiven Internetkonsum seien Depressionen, gefolgt von Angst-
und Persönlichkeitsstörungen, sagte der Facharzt für Klinische Psychiatrie und Psychotherapie, Bert te Wildt heute. In der Studie hatten die zu
75 Prozent männlichen Betroffenen über Jahre durchschnittlich zwölf bis
14 Stunden gespielt. In ihrer sozialen Isolation hatten die Probanden ihre
Miete nicht mehr gezahlt, nicht mehr regelmäßig gegessen oder niemanden mehr an
sich heran gelassen.
Die Studie wies dem Experten zufolge nach, dass die psychischen Störungen mit der Übersetzung in die virtuelle Welt einen Symptomwandel erfahren. Durch verschiedene Spielaktionen würden dort Kränkungen oder Selbstwertprobleme kompensiert. "Hier können sie alle möglichen Grenzen überschreiten, was man im realen Leben nicht kann", erläuterte te Wildt. Im Gegensatz zu anderen Abhängigkeiten wie Alkoholismus würden bei den Spielen verschiedene Gefühlsbereiche angesprochen. Hinzu komme, dass das Internet das Kennenlernen von Personen beschleunige, die ähnliche Bedürfnisse haben. Absolute Abstinenz ist kein AuswegEine absolute Abstinenz von den Spielen halte te Wildt als Lösung allein nicht für richtig. Vielmehr müsse die reale Welt attraktiver gemacht werden. So müssten sich Erfolge einstellen, in dem die Betroffenen beispielsweise wieder eine Arbeit fänden. "Jeder Psychiater kann Internetabhängigkeit behandeln", betont te Wildt. Es setze allerdings voraus, dass sich die Ärzte für die virtuellen Lebenswelten und die Vorgeschichte ihrer Patienten interessieren. Die Studie hat die Abhängigkeit von Internet-Rollenspielen untersucht. Dabei wurden 23 abhängige Teilnehmer mit einer in Bezug auf Alter, Geschlecht und Schulbildung gleichsinnigen gesunden Kontrollgruppe verglichen. ddp / Björn Brodersen
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