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Auflösungs-Champion: Das LG KG920 im Test15.10.2006
17:13 Erstes Handy mit 5-Megapixel-Kamera
Von Lutz Herkner
Digicam-Hersteller aufgepasst: Mit dem KG920 von
LG kommt nun das erste Handy mit
5-Megapixel-Kamera in den Handel. Da wirds
langsam eng für kompakte Knipser, denn Abzüge in der Standardgröße 10 mal
15 Zentimeter lassen sich damit locker erstellen. Zumindest in der
Theorie. Was der Pixelchampion in der Praxis leistet und wie es um die
Handyfunktionalität bestellt ist, verrät unser Test.
Kamera-Karussell
![]() LG KG920 mit drehbarer Kamera Kantig, klotzig, klobig. Das sind die Attribute, die einem beim ersten Blick auf das KG920 spontan in den Sinn kommen. Kein Wunder bei Maßen von 109 mal 50,5 Millimeter und einer Dicke von 18 Millimeter (am Akku gar 20 Millimeter). Und dann auch noch dieser merkwürdige Steg, der wie nachträglich angeschraubt die linke obere Ecke umgibt. Mit der kompakten, schlichten Eleganz eines Chocolate hat dieses LG-Modell nichts gemein. Aber dafür fällt auch die Ausstattung um Längen üppiger aus: Neben Musik-Player, MiniSD-Kartenslot und Bluetooth beeindruckt vor allem die Fotoauflösung von fünf Megapixel nebst echtem Blitzlicht, die im deutschen Markt absolut einzigartig ist. Bislang liegt die Messlatte für Handys bei drei Megapixel, der Durchschnitt kratzt noch an der 2-Megapixel-Grenze. Das Objektiv befindet sich auf der Rückseite des Keyboards und lässt sich für Selbstporträts nach vorn drehen. Videotelefonate sind dennoch nicht möglich: Das KG920 unterstützt nämlich leider kein UMTS. Löblich: Ein kleiner Schieber schützt die Linse mit einer Abdeckung. ![]() Fotografiert mit dem LG KG920 Die brennendste Frage lautet natürlich: Wie sieht es mit der Fotoqualität aus? Um es kurz zu machen: Sie ist sensationell - für ein Handy zumindest. Sowohl Kunst- als auch Tageslichtaufnahmen sind farbtreu und scharf bis in die Ecken. Lediglich bei Zwielicht hat der Autofokus mitunter ein wenig Schwierigkeiten, und eine manuelle Scharfstellung ist nicht möglich. Als Trostpflaster glänzt die Nahaufnahmefunktion, mit der sich selbst nur wenige Zentimeter entfernte Objekte tadellos ablichten lassen. Die Automodus-Option schaltet bei Bedarf selbstständig in den Makromodus um. Auch die übrigen Fotofunktionen mit Selbstauslöser, Vorblitzen und diversen Filtern können sich sehen lassen. Dennoch stellt auch das KG920 keine Alternative zu einer echten Digicam dar: Dazu reicht das schlichte Objektiv ohne optischen Zoom einfach nicht aus. Auch spricht die Autofokuszeit von knapp drei Sekunden gegen Schnappschüsse. Und schließlich macht die Reichweite des Xenon-Blitzes nach rund einem Meter schlapp – zu wenig für viele Aufnahmesituationen. Ambitionierte Hobbyknipser kommen also auch weiterhin nicht um eine separate Kamera herum. Viel Licht, viel Schatten
Auch Sprachwahl und Sprachsteuerung sucht man vergebens, der interne Speicher fällt mit mageren acht Megabyte extrem dürftig aus. Die Koreaner legen eine 256 MB große MiniSD-Speicherkarte bei, doch die Begrenzung der internen Ressourcen macht sich beispielsweise beim Telefonbuch schmerzlich bemerkbar: Neben Name, E-Mail und Fax lassen sich pro Eintrag gerade mal drei Rufnummern ablegen. Über solche Begrenzungen können Nutzer aktueller Smartphones nur mitleidig lächeln. Immerhin taucht das KG920 nach Einstöpseln des USB-Kabels (gehört zum äußerst spendablen Lieferumfang) unter Windows XP automatisch im Windows-Explorer auf, sofern eine Speicherkarte eingelegt ist. Das ist wirklich praktisch: Daten lassen sich auf diese Weise kurz und schmerzlos direkt transferieren. Musik-Player läuft leider nur exklusiv
Schlimmer noch: Die Software lässt sich nicht im Hintergrund betreiben. Beispielsweise den Kalender zu bearbeiten und dabei Musik zu hören ist also nicht möglich. Noch ein böser Fehler: Zwar hat LG dankenswerterweise in die schicke Headset-Fernbedienung eine Buchse für den Anschluss anderer Kopfhörer eingebaut, doch liegt diese so tief im Gehäuse, dass Ohrstöpsel mit dem üblichen abgewinkelten Steckerkopf nicht vollständig eindringen können. Der Einsatz alternativer Hörer wäre aber dringend angeraten, bietet doch das mitgelieferte Headset wenig Grund für Begeisterung – zu kratzig sind die Höhen, zu schlapp die Bässe.
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