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Ratgeber: Flatrates für den Familienfrieden

Wenn sich Eltern und Kinder den Festnetzanschluss teilen
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Es ist ein leidiges Thema für alle Eltern mit Kindern im "telefonreifen Alter": Einmal im Monat kommt die zumeist hohe Telefonrechnung gefolgt vom Streit, ob diese Kosten wirklich sein müssen. Doch dieser Streit ist mittlerweile eigentlich kaum noch notwendig. Die Kosten können mit einfachen Maßnahmen massiv gesenkt werden. Im Rahmen unseres Themenmonats Kids & Teens geben wir Ihnen einige Tipps, wie die Kosten am eigenen Anschluss optimiert werden können und wie man vermeidet, zum persönlichen Sekretär der Kinder zu werden, wenn alle Freunde den Anschluss der Eltern anrufen.

Jedem Kind seine eigene Rufnummer

Viele Eltern kennen das: Sobald die Kinder aus der Schule zurück sind, klingelt das Telefon. Der eine Anrufer möchte den Sohn, der nächste die Tochter und der dritte Anrufer wieder den Sohn sprechen. So werden die Eltern automatisch zur Vermittlungsstelle. Einfacher wäre, wenn jedes Kind beim Anruf direkt wüsste, dass es zum Telefon eilen muss. Technisch ist das gar kein Problem. Bei ISDN-Anschlüssen beispielsweise sind bis zu 10 Rufnummern (MSN) auf einem Anschluss möglich. Da können nicht nur die Eltern, sondern auch jedes Kind eine eigene Rufnummer bekommen. Ein Handy sollten Kids aus Kostengründen nur in Ausnahmefällen anrufen. Foto: dpa

An ISDN-Anlagen können dabei mehrere Telefone angeschlossen werden, so dass jedes Kind sogar sein eigenes Telefon mit eigener Nummer hat. Diese Anlagen können sowohl reine, klassische TK-Anlagen als auch Anlagen wie beispielsweise die AVM Fritz!Box, Geräte wie die SX541 von Siemens oder OpenCom von DeTeWe sein. Wer sich keine ISDN-Anlage anschaffen will, kann eine solche Konstellation aber mit ISDN-DECT-Telefonen realisieren. An diese ISDN-Basisstationen können in der Regel mehrere DECT-Geräte eingebucht werden, die dann auch eine eigene MSN haben. Vorteil bei ISDN: Selbst wenn ein Kind wieder stundenlang mit der Freundin telefoniert, können andere Familienmitglieder dank eines zweiten Sprachkanals weiterhin telefonieren.

Per Voice over IP weitere Rufnummern nutzen

In vielen Haushalten gibt es jedoch kein ISDN, sondern nur einen Analoganschluss. Ein Umstieg macht zwar oftmals Sinn, ist aber mit einmaligen Umstellungskosten sowie höheren monatlichen Grundbeträgen verbunden, so dass dieser Schritt meistens gescheut wird. Immerhin kostet alleine die Anschlussumstellung bei T-Com 59,95 Euro. Hinzu kommen Kosten für ISDN/Analog-Wandler oder neue ISDN-Endgeräte. Positiv: Beim Mitbewerber HanseNet ist die Umstellung von analog auf ISDN kostenlos, der monatliche Aufpreis beträgt nur zwei Euro.

Wer also beim Analog-Anschluss bleiben möchte, kann seinen Kindern dennoch eigene Endgeräte mit eigenen Rufnummern zuweisen. Möglich wird dieses durch die Voice-over-IP-Technologie. Viele Anbieter bieten ihren Kunden auch eigene, ortsnetzgebundene Rufnummern an. Bundesweit sind es allerdings nur wenige Gesellschaften, die Rufnummern in wirklich allen Ortsnetzen schalten können. Kostenlos gibt es sie derzeit nur bei Carpo. sipgate deckt immerhin 1000 Ortsnetze ab. Voraussetzung für diesen Weg, den Kindern eigene Rufnummern zu geben, ist ein DSL-Anschluss und entsprechende Hardware. Der DSL-Anschluss sollte für eine akzeptable Qualität der Gespräche eine Bandbreite von 2 MBit/s und mehr im Downstream haben, da nur diese Leitung den benötigten Upstream bereitstellt. Weiterer Vorteil: Telefoniert der Sprössling über die VoIP-Leitung, ist der normale Sprachkanal des Telefonanschlusses weiterhin frei.

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