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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Experte: Deutsche Telekom jammert auf hohem Niveau13.09.2006
13:21 Unternehmen hofft möglicherweise auf Umkehr in Regulierungspolitik
Nach Expertenmeinung kann die Kritik
der Deutschen Telekom
an einer "aktuellen Verschlechterung ihrer Marktposition" sowie einer
ausgeprägt wettbewerbsfreundlichen Regulierung
als "Jammern auf hohem Niveau" bezeichnet werden.
So habe sich die Marktposition im Inland
nicht "überraschend stark verschlechtert" und
sei zudem besser als auf den ausländischen
Märkten, auf denen die Telekom agiere,
sagte Professor Torsten Gerpott vom Lehrstuhl
Unternehmens- und Technologieplanung,
Schwerpunkt Telekommunikation, von der
Uni Duisburg-Essen
anlässlich eines Hintergrundgesprächs des
Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten
(VATM).
Auch eine im EU-Vergleich besonders intensive
Regulierung sei nicht zu verzeichnen,
zudem stehe die Telekom
im Vergleich zu den anderen Ex-Monopolisten in der
EU keineswegs schlecht da.
Die Darstellung sei möglicherweise auf eine Beeinflussung der
Politik und der öffentlichen Meinung gerichtet, um eine
Umkehr in der "TK-Regulierungspolitik und -praxis" zu erreichen.
Effekte gleichen sich ausSo habe sich die Zahl der Telekom-Festnetzkunden in den beiden ersten Quartalen dieses Jahres zwar gleichbleibend um rund 500 000 Kunden reduziert. Von einer zunehmend stärkeren Abwanderung könne somit hier aber nicht gesprochen werden. Zudem sei gleichzeitig die Zahl der Breitband-Zugänge um 200 000 und die Zahl der über Resale indirekt an die Telekom gebundenen Kunden um 900 000 gestiegen. Diese gegenläufigen Effekte würden sich hinsichtlich Umsatz und Profit ausgleichen, vor allem da bei Resale bis Ende Mai dieses Jahres rund 88,5 Prozent und seitdem rund 80 Prozent der Nettoumsätze weiter an die Telekom gingen. Selbst bei einem kompletten Wechsel des Grundanschlusses zu einem alternativen Anbieter würden rund 50 Prozent des Umsatzes an den Ex-Monopolisten weitergeleitet, zum Beispiel über die Kosten für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) sowie Interconnection-Entgelte. Daher sei es auch nicht verwunderlich, das sich die EBITDA-Marge im Festnetz nur um rund 0,2 Prozent verringert habe. Die Probleme des Konzerns seien vor allem auf das internationale Geschäft zurückzuführen: So sei es dem Unternehmen nicht gelungen, sich zu einem weltweit bedeutenden Anbieter zu entwickeln und international ein profitables Geschäft aufzuziehen. Kritik an Bundesnetzagentur unberechtigtZudem sei der von der Telekom an die Bundesnetzagentur gerichtete Vorwurf einer zu starken Forcierung des Wettbewerbs zurückzuweisen. So habe die EU-Kommission festgestellt, dass hierzulande eher keine besonders wettbewerbsfreundliche Politik vollzogen werde: Sie hege eher Zweifel, ob die jetzige Deregulierung ausreichend sei. Lediglich der griechische Markt zeige sich hier weniger effektiv. Dies deckt sich laut Gerpott auch mit Erkenntnissen aus anderen Studien: So seien verschiedene Liberalisierungs-Merkmale erst verspätet eingeführt worden, zum Beispiel Pre-Selection im Ortsnetz, Resale-DSL oder die Rufnummerportierung im Mobilfunk. Zudem seien die von der Bundesnetzagentur genehmigten Interconnection-Entgelte für die Festnetzverbindungsannahme im EU-Durchschnitt nicht überdurchschnittlich hoch. Der Inlandsmarktanteil der Telekom am Gesamtumsatz aus Sprach- und Schmalbandverbindungen aus dem Festnetz habe bis Ende 2004 rund 57 Prozent betragen. Mittlerweile dürfte dieser auf knapp unter 50 Prozent gesunken sein und sei somit zwar EU-weit knapp unterdurchschnittlich, aber "keineswegs herausragend schlecht". Auch ein "herausragend niedriges Minutenpreisniveau" sei nicht zu verzeichnen, hier befinde sich Deutschland im EU-Vergleich im Mittelfeld. Somit sei die Telekom mit keinem überdurchschnittlich ruinösen Preiswettbewerb konfrontiert. Bezüglich der Zahl der Teilnehmeranschlussleitungen liege das Unternehmen im EU-Vergleich mit 94 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Auch hinsichtlich des DSL-Zugangs könne die Situation "keineswegs als exorbitant schlecht" bezeichnet werden: Selbst ohne Resale-Anschlüsse liege der Anteil hier bei 67 Prozent. Weitere Artikel zur aktuellen Situation der Deutschen Telekom
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