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Berlin: T-Mobile erweitert Netzkapazität zur Fußball-WM

Eröffnungsspiel im Funkloch: In München nur 900 Handygespräche gleichzeitig
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Damit die Fans während der Fußball-Weltmeisterschaft unbeeinträchtigt mit dem Handy telefonieren oder Kurzmitteilungen verschicken können, plant der Mobilfunkbetreiber T-Mobile eine deutliche Erweiterung seines Netzes im Großraum Berlin. An exponierten Stellen werde die Netzkapazität verdreifacht und im gesamten Stadtgebiet etwa verdoppelt, sagte der T-Mobile-Sprecher für die Region Ost, Georg von Wagner, der Nachrichtenagentur ddp. Insgesamt rechnet der Mobilfunkbetreiber damit, dass sich während der Fußball-WM im Großraum Berlin zusätzlich eine Million Kunden in sein Netz einwählen.

Nach den Worten Wagners wird unter anderem die bestehende Netzversorgung im Berliner Olympiastadion durch zwei temporäre Stationen für GSM und UMTS erweitert. Auch entlang der Straße des 17. Juni, auf der das Fan Fest stattfindet, sei eine Kapazitätserhöhung vorgesehen. "Durch die vorgenommen Maßnahmen sind wir beispielsweise in der Lage, mehrere hunderttausend SMS zeitgleich weiterzuleiten", betonte der Sprecher. Auch wenn rein rechnerisch alle rund 65 000 Zuschauer im Olympiastadion während des Spiels eine Kurzmitteilung verschicken würden, sollte dies problemlos funktionieren, sagte Wagner.

Mit dem größten Kundenaufkommen rechnet T-Mobile allerdings beim Fan Fest auf der Straße des 17. Juni. Auch dort geht das Unternehmen dem Sprecher zufolge davon aus, dass durch die Kapazitätserweiterung das Netz nicht überlastet wird. Bei der Silvesterfeier 2005/06 am Brandenburger Tor mit rund einer Million Besuchern sei es auch möglich gewesen, bis auf "kleine Blockierungen" reibungslos zu telefonieren oder SMS zu versenden, sagte Wagner.

In Münchener Arena sind nur 900 Gespräche möglich

Bei der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft in der Münchner Arena am 9. Juni droht unterdessen ein Handy-Kollaps. Von den 65 000 Gästen im Stadion können nur 900 gleichzeitig mit ihrem GSM-Handy telefonieren, wie T-Mobile-Sprecher Markus Jodl ddp sagte. Das Mobilfunknetz im Stadion habe nun mal nur eine bestimmte Kapazität. Mehr sei "wirtschaftlich nicht zu rechtfertigen", betonte Jodl, "das müssen die Fans an dieser Stelle halt hinnehmen."

Wer Aufnahmen per Fotohandy (MMS) verschicken wolle, solle unbedingt auf UMTS setzen, empfiehlt Jodl. Hier könnten im Stadion gleichzeitig 2 000 Verbindungen aufgebaut werden. Das GSM-Netz habe dafür zu wenig Bandbreite.