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Kommt nun die Telekom-Liga?

Einigung im Rechtestreit um Bundesliga-Ausstrahlung in Sicht
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Die Deutsche Telekom oder eine ihrer Tochterfirmen soll Namens-Sponsor der Fußball-Bundesliga werden. Dies berichten die Zeitung Welt am Sonntag und das Nachrichtenmagazin Focus in ihren aktuellen Ausgaben. Die bisher als Favorit gehandelte Postbank hat laut Focus einen Rückzieher gemacht. Dies und weitere derzeit strittige Punkte, insbesondere über welche Übertragungswege die Deutsche Telekom die im Dezember erworbenen Internetrechte verteilen darf, sollen in einem Spitzengespräch zwischen Telekom, der Internettochter T-Online und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in der kommenden Woche besprochen werden.

Kompromiss in Sicht

In der kommenden Verhandlungsrunde geht es darum, ob die Telekom künftig Spiele der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga live nur über das im Aufbau befindliche Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL und über DSL übertragen darf oder auch über Kabel und Satellit. Nach Meinung der DFL darf die Telekom ihr IP-TV ausschließlich über das neue Breitbandnetz verbreiten. Im Vertrag sei IP-TV als "Fernsehen über das Internet" definiert, so der Bericht der Welt am Sonntag. Ausschlaggebend sei das Konzept, das die Telekom der DFL im Zuge der Rechteausschreibung vorgelegt hatte. Dort sei von Kabel und Satellit nie die Rede gewesen. Anders sieht das die Deutsche Telekom. Demnach stelle sich die Situation durch den Zuschlag für den Neuling Arena anders dar, so dass man nun auch einen Vertrieb über Kabel und Satellit denke.

Nachdem sowohl Telekom als auch DFL öfters gedroht hatten, dass sie den Streit vor Gericht klären wollen, bahnt sich nun doch eine Lösung an. "Wir wollen das Feld befrieden", zitiert die Zeitung Verhandlungskreise.

Umfangreiches Kompensationspaket für Deutsche Telekom in Aussicht

Zur Verhandlungsmasse gehören nach Information der Welt am Sonntag drei Rechte: Zum ersten soll Arena ihre IP-TV-Rechte nicht an einen anderen Telekommunikationskonzern sublizensieren. Auch hier ist die rechtliche Situation heikel. Arena soll damit gedroht haben, die Rechte an einen Wettbewerber der Telekom weiterzugeben.

Zum zweiten geht es um die Mobilfunkrechte. Diese sind jedoch noch nicht vergeben. Die DFL will die Vergabe nach "strategischen Gesichtspunkten" prüfen. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hat die Telekom der Zeitung zufolge ein niedrigeres Angebot abgegeben als o2/Telefónica. Der dritte und wohl bedeutendste Punkt ist das Liga-Sponsoring. Schon lange sucht die DFL, nach einem geeigneten Partner für die Namensrechte der Bundesliga. "Die Telekom befindet sich in sehr intensiven Gesprächen über das Ligasponsoring", sagt ein Manager der Welt am Sonntag, der mit den Verhandlungen vertraut ist. Die Telekom hat sich zudem in den vergangenen Monaten Internet-Domains wie telekom-liga.de und telekomliga.de gesichert.

Alle drei Rechte könnte die Deutsche Telekom nach Darstellung der Welt am Sonntag erhalten, sofern sie auf die Ausstrahlung von Live-Bildern via Kabel und Satellit verzichtet. Im Ergebnis kommt es dann zu einer außerordentlich engen Beziehung zwischen Telekommunikationsunternehmen und dem Fußball: Die Telekom ist Sponsor der Nationalmannschaft, Werbepartner von fünf Erstliga-Mannschaften und Rechteinhaber für die Ausstrahlung im Internet, weitere Ergänzungen nicht ausgeschlossen.