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Büro zum Mitnehmen - U3 bringt Desktop auf den USB-Stick15.05.2006
10:38 Rund 100 Anwendungen verfügbar
Ein Büro zum Mitnehmen, das wäre
schön. Gibt es doch schon, wird mancher einwerfen: Notebooks oder
PDAs zum Beispiel. Es geht aber noch
einfacher und vor allem Platz
sparender - mit einem USB-Stick nach dem U3-Standard. Auf dem
daumengroßen Speicher werden die persönliche Desktop-Umgebung sowie
einige häufig benötigte Programme abgespeichert. Sie lassen sich dann
ohne große Umstände an jedem PC nutzen.
"U3 ist ein Soft- und Hardware-Standard", erklärt Michael Best vom Unternehmen Dexxon in Mainz-Kastel, das in Deutschland unter anderem U3-Produkte von Intuix vertreibt. Hinter dieser Technologie stehe die Idee, die persönliche Desktopumgebung bequem überall hin mitnehmen und nutzen zu können. U3 sei gewissermaßen die Weiterentwicklung von USB 1.1 und USB 2.0, so Hans-Christoph Kaiser vom Speicherhersteller Verbatim in Eschborn. "Man spricht da auch von der dritten Generation." Der Weg führe weg vom reinen Datenträger hin zum Software-gesteuerten Werkzeug. Die Idee, seine Arbeitsumgebung auf einem mobilen Speicher mit sich zu führen, ist nicht ganz neu. "Der entscheidende Unterschied ist, dass auf dem verwendeten Rechner keine Daten zurückbleiben, sobald der U3-Stick entfernt wird", erklärt Daniel Lüders von der in Hannover erscheinenden Computerzeitschrift c't. Nach Beendigung der Sitzung beziehungsweise nach dem Entfernen des Sticks aus der Schnittstelle werden die zum Arbeiten auf dem Gastrechner abgelegten Daten wieder gelöscht. Rund 100 U3-Anwendungen erhältlichUm diesen Vorteil zu gewährleisten, müssen die Programme dem U3-Standard entsprechen. Die Software wird entweder zusammen mit den Sticks ausgeliefert. Oder sie steht zum Herunterladen, teilweise kostenlos, auf der Website des U3-Konsortiums unter www.u3.com zur Verfügung. "Insgesamt gibt es derzeit rund 100 Anwendungen", sagt Kaiser. Dazu gehören zum Beispiel Fotosoftware, ein Backup-Programm oder E-Mail-Clients. Darunter sind U3-Umsetzungen von Programmen, die vom PC her bekannt sind - Firefox zum Browsen im Netz etwa, oder das Internet-Telefonie-Tool Skype. "Die Auswahl an U3-Programmen ist übersichtlich aber gut", urteilt Daniel Lüders von der c't. Neben Dexxon beziehungsweise Intuix und Verbatim bieten verschiedene andere Hersteller die U3-Sticks an: SanDisk und disk2go beispielsweise. Die Preise für U3-Sticks liegen Kaiser zufolge rund 10 bis 15 Prozent über denen für herkömmliche USB-Speicher. Die Hardware ist laut Michael Best von Dexxon auch zu anderen Betriebssystemen wie Mac OS und Linux kompatibel. Die U3-Software und damit auch die U3-Funktionen laufen derzeit jedoch nur unter Windows 2000 mit dem Service Pack vier sowie unter Windows XP. Software für andere Betriebssysteme sei geplant. Beim ersten Einsatz des U3-Sticks wird eine kleine Anwendung gestartet, und es können die gewünschten persönlichen Einstellungen vorgenommen werden. Aufgerufen werden die auf dem U3-Stick gespeicherten Dateien und Programme später über das so genannte Launchpad. Dieses im Stick integrierte Programm ähnelt dem Startmenü von Windows. Nicht im U3-Format geschriebene Programme müssen dagegen - wie bei herkömmlichen USB-Speichern - über den Windows-Explorer geöffnet werden. U3-Sticks bieten Sicherheit dank 256-Bit-VerschlüsselungUSB-Sticks mit U3-Technologie bieten einen weiteren wichtigen Nutzen - sie dienen als verschlüsselbarer Datenspeicher. Der Speicher besteht aus mindestens zwei Teilbereichen, so genannten Partitionen. Eine davon beherbergt das Launchpad. Sie wird vom Rechner behandelt wie ein CD-ROM-Laufwerk - ist also leicht zugänglich. Die zweite Partition ist wie der Speicher einer Festplatte angelegt und kann verschlüsselt werden. Hier liegen auch sämtliche vom Anwender gespeicherten Daten. Auf diese ist ein Zugriff nur mit dem durch den Benutzer festgelegten Passwort möglich. Verwendet wird hier die so genannte AES-Verschlüsselung mit 256 Bit. "Das ist ausreichend", sagt Lüders. Perfekt sind aber auch die U3-Sticks nicht. Zu bemängeln sei, dass es keinen absoluten Schreibschutz für die Sticks gebe. "So können im Prinzip auch Viren vom PC auf den Stick schreiben", sagt Lüders. Zudem ist U3 nicht ganz ohne Konkurrenz: Das Programm Carry it easy lässt sich auf allen Wechselspeichern verwenden, die Windows erkennt. Es bietet eine 128-Bit-Verschüsselung nach AES und soll vor allem dem Abgleich von Dateien und Ordnern sowie dem spurlosen Surfen im Internet dienen. Es lässt sich für 19,95 Euro von der Seite des Herstellers unter www.cososys.com herunterladen. Allerdings können unter Carry it easy Programme nicht direkt vom Wechselspeicher gestartet werden. Eine Alternative könnte das Programm Ceedo sein, es dient wie U3 auch als USB-Startmenü und kann auch auf Speicherkarten verwendet werden. Der Haken ist allerdings: Das Programm gibt es noch nicht in Deutschland. dpa / Ralf Trautmann
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