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Noch sorgt Sprachsoftware nicht für Hörgenüsse02.05.2006
11:46 Programme lesen E-Mails und Online-Artikel vorInhaltsverzeichnis:1. Effizienz ist der Maßstab in der Arbeitswelt2. Vorleseprogramme sind noch nicht massentauglich
Effizienz ist der Maßstab in unserer Arbeitswelt. Wer will da nicht Leerlauf
vermeiden und Zeit sparen? Abhilfe versprechen Computerprogramme, die E-Mails
oder Artikel aus dem Internet in Sprache verwandeln. Sie können Texte vorlesen -
während der Nutzer zum Beispiel am Steuer seines Autos sitzt. Ein Hörgenuss ist
das allerdings noch nicht.
nächste Seite: Vorleseprogramme sind noch nicht massentauglich
Mit dem "Voice Reader" hat der Sprachsoftwarespezialist Linguatec aus München jüngst ein Programm vorgestellt, das zu einer neuen Generation von Vorlesesoftware gehören soll: Es ermögliche eine "verblüffend natürlich klingende Sprachausgabe", die kaum noch von einer menschlichen Stimme zu unterscheiden sei, verkündete das Unternehmen auf der Computermesse CeBIT in Hannover im März. Der "Voice Reader" kann Texte in den Formaten TXT, DOC, RTF und auch HTML-Dateien vorlesen, wie Linguatec-Sprecherin Elisabeth Bauer erläutert. Und er kann Texte in Audiodateien wie MP3 umwandeln, so dass sie der Nutzer beispielsweise auf tragbare Player überspielen kann. Besitzer eines iPod haben dem Unternehmen zufolge außerdem die Möglichkeit, neue E-Mails beim Empfangen von Outlook automatisch auf dem MP3-Player speichern zu lassen. Zum Vorlesen am PC ist nicht mehr als das Starten des "Voice Reader" und das Markieren der entsprechenden Abschnitte nötig. Dann öffnet die virtuelle Nachrichtensprecherin, die wahlweise Julia oder Lara heißt, in einem kleinen Fenster neben dem markierten Text den Mund und liest vor. "Vor zwei Jahren waren solche Programme grottenschlecht""Vor zwei Jahren waren solche Programme grottenschlecht. Jetzt ist es eine brauchbare Lösung, wenn man unempfindlich ist und tote Zeit für die Arbeit nutzen will", urteilt Arne Arnold, Redakteur bei der in München erscheinenden Computerzeitschrift PC-Welt. "Zum Vergnügen macht man es aber nicht. Dafür ist die Qualität immer noch zu schlecht - es ist anstrengend, zuzuhören."
Lesen Lara und Julia einfache deutsche Wörter, hört sich das erstaunlich gut
an. Sobald aber Fremd-, Fach- oder zusammengesetzte Wörter hinzukommen, geraten
die weiblichen E-Mail-Flüsterer ins Stocken. Denn wenn die englische Stadt
Cambridge zu "Kamm-britt-ge" wird, muss man schon sehr genau hinhören, um nicht
den roten Faden zu verlieren. "Bei langen Sätzen merkt man schon noch, dass sie
zusammengesetzt sind", sagt Norman Rohr von
SVOX in Zürich, dem Unternehmen,
das die Stimmen für den "Voice Reader" bereit stellt.
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