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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
EADS als einziger Bewerber bei Polizeifunk-Ausschreibung weiter29.03.2006
15:23 Motorola und T-Systems sind damit ausgeschieden
Ein Konsortium um den europäischen Luft- und
Raumfahrtkonzern EADS
ist der einzige verbliebene Bewerber um die
Auftragsvergabe für den digitalen Polizeifunk.
EADS habe nach
Auswertung der schriftlichen Unterlagen das wirtschaftlichste und
fachlich beste Angebot abgegeben, sagte eine Sprecherin des
Innenministeriums
heute zur Begründung. Man werde jetzt
Gespräche mit EADS führen. Wenn diese erfolgreich verlaufen, werde
das System getestet. Damit ist unter anderem ein konkurrierendes
Konsortium um den US-Konzern
Motorola und T-Systems
aus dem Rennen.
Der Auftrag für den digitalen Polizeifunk dürfte ein Volumen von
mehreren Milliarden Euro haben.
Nach jahrelangen Querelen zwischen Bund und Ländern soll das veraltete und störanfällige analoge Funksystem der Behörden mit Sicherheitsaufgaben abgelöst werden. Bei dem neuen Netz ist zu unterscheiden zwischen dem Betrieb, den die Bahntochter Telematik übernehmen soll, und der Systemtechnik, die ausgeschrieben wurde. Insgesamt soll die Umstellung mehrere Milliarden Euro kosten. Bis spätestens Ende 2010 soll das System verfügbar sein. Deutschland hat sich dabei für das abhörsichere Bündelfunksystem Tetra (Terrestrial Trunked Radio) entschieden. EADS kann als einziger Bewerber Test-System präsentieren"Wir haben das wirtschaftlichste Angebot abgegeben", sagte EADS- Sprecherin Susanne Hartwein. "Die endgültige Entscheidung wird erst mit der Auftragsvergabe erfolgen." Man erwarte dies Mitte des Jahres. Der Deutschland-Chef des Mobilfunk-Spezialisten Motorola, Norbert Quinkert, bestätigte dpa, sein Unternehmen sei aus seiner Sicht überraschend frühzeitig aus dem Vergabeverfahren ausgeschieden. Motorola hatte sich zusammen mit der Telekom-Tochter T-Systems und dem Elektronikkonzern Rohde & Schwarz um die Ausschreibung beworben. Der EADS-Konzern, der mit Siemens als strategischem Pertner an der Ausschreibung teilnahm und erst im vergangenen Jahr die Tetra-Sparte von Nokia übernommen hatte, bekommt nun als einziger die Gelegenheit, sein Funksystem in einem Test zu präsentieren und prüfen zu lassen. Ein weiterer Bewerber um die Ausschreibung war unter anderem Vodafone. Motorola will trotz des Scheiterns an deutschem Standort festhaltenNeben EADS galt Motorola als aussichtsreicher Kandidat für die Ausschreibung. "Wir geben dennoch nicht auf", sagte Motorola-Deutschlandchef Quinkert. Er befürchte, dass sich Deutschland in einer ähnlichen Situation befinde wie ehemals Österreich. Dort konnte der Digitalfunk erst nach einer zweiten Vergabe erfolgreich eingeführt werden. Derzeit sind bei Motorola Deutschland rund 700 Mitarbeiter an den Standorten Berlin und Taunusstein im Bereich professioneller Funk beschäftigt. Motorola entwickelt seine Tetra-Digitalfunksysteme für Geschäftskunden in Berlin. Am Standort Deutschland halte der Konzern trotz gescheiterter Bewerbung fest. "Es wird von Berlin aus für Kunden in der ganzen Welt produziert und deswegen ist und bleibt der Standort für uns wichtig", sagte Quinkert. "Fakt ist aber, in Deutschland selbst nehmen wir an der Ausschreibung nicht mehr teil." Als Grund für das Ausscheiden von Motorola nannte Quinkert die komplexe Methodik der Ausschreibung. Man sei zu einem Zeitpunkt aus dem Verfahren ausgeschieden, "bei dem weder die technische Machbarkeit geprüft wurde noch ein preislicher Wettbewerb stattgefunden hat". dpa / Ralf Trautmann
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