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Philologenverband: Debatte über Handyverbot ist "weltfremd"

Lehrerverband hält Forderung für nicht durchsetzbar
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Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hält die Debatte um ein Handyverbot an Schulen im Zusammenhang mit Gewaltvideos als praxisfern. Eine solche Forderung sei nicht durchsetzbar, sagte Verbandsvorsitzender Heinz-Peter Meidinger heute in Berlin. Wenn jedes Medium, mit dem Missbrauch betrieben werden könne, verboten würde, dann müssten auch sämtliche Computer abgeschafft und alle schulischen Internetanschlüsse gekappt werden. Zugleich bekräftigte er die Notwendigkeit, gegen so genannte Snuff-Videos vorzugehen.

CSU-Generalsekretär Markus Söder hatte am Wochenende als erster Spitzenpolitiker ein generelles Handyverbot an Schulen gefordert. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Kinder Filme von Vergewaltigungen oder Misshandlungen wie Fußball-Bilder tauschen. Ein Handyverbot an allen Schulen ist daher sinnvoll", hatte Söder gesagt. Vorbild dafür könnte nach Vorstellungen des CSU-Generalsekretärs der Jugendschutz bei Zigaretten und Alkohol sein.

Nach Ansicht Meidingers müssen Handys im Unterricht weiterhin ausgeschaltet bleiben. Jedoch brauchten viele jüngere Schüler das Mobiltelefon, um sich mit ihren Eltern verständigen zu können. Öffentliche Telefonzellen seien bekanntlich in den vergangenen Jahren an vielen Schulen in Deutschland abgebaut worden, betonte er. Lesen Sie zu diesem Thema auch unser jüngstes Editorial.

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