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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 11.02.2012 |
DSL-Markt: Wird Triple Play überschätzt?13.03.2006
12:42 AOL setzt mehr auf die Vernetzung der Nutzer untereinander
Mit seinem neuen Deutschland-Chef Charles Fränkl schlägt der Hamburger
Internetprovider AOL einen anderen Weg ein als viele
der Konkurrenten. Während Anbieter wie 1&1 und
freenet sowie die Vollanschlussanbieter wie
Arcor und demnächst auch die
T-Com auf höhere Bandbreiten und Fernsehen über
das Internet setzen, konzentriert sich die derzeitige Nummer Vier auf dem
deutschen DSL-Markt auf den Community-Gedanken,
d.h. auf die Vernetzung der zurzeit mehr als eine Million DSL-Nutzer
untereinander.
nächste Seite: Web 2.0: Das neue Internet
"Die Reise für AOL geht ganz klar in Richtung Web 2.0", erklärt deshalb Fränkl in einem heute veröffentlichten Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). "Unsere Kunden erwarten vom Internet mehr als Suche, E-Commerce und E-Mail. Sie suchen sich eine Plattform, um sich selber im Internet darzustellen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das ist die nächste große Welle im Internet, viel wichtiger als Internet-Fernsehen." "Erwartungen an Triple Play sind überhöht"
Aus diesem Grund verhält sich AOL in Sachen Internet-Fernsehen erst einmal abwartend. Zwar bieten auch die Hamburger inzwischen in Zusammenarbeit mit der Telefónica in mittlerweile 25 Städten ADSL2+-Anschlüsse mit einer Datenrate von bis zu 16 MBit/s an, doch die Nachfrage der Kunden nach den schnelleren Anbindungen sei vernachlässigbar gering. "Wir können den Kunden nicht erklären, wofür sie 16 Megabit brauchen. Die ganze Industrie kann es nicht erklären", meint Fränkl. Das eigene Unternehmen werde nur dann Internet-Fernsehen anbieten, wenn es die Transportkosten für die Daten decken könne. Die Preise für den Datenverkehr, den die Provider an die Telekom zahlen müssen, sprächen allerdings eher dagegen.
"Mehr Bandbreite heißt nicht automatisch mehr Umsatz mit den Kunden",
zitiert die FAZ den AOL-Chef. Auch die Konkurrenten seien sich noch nicht
sicher, ob sich Internet-Fernsehen lohnt, aber aus Angst vor den
Kabelgesellschaften, die neben Fernsehen
jetzt auch Telefon und Internet anbieten, werde "einfach drauflos gebaut".
Es werde am Ende aber nur ein Unternehmen geben, das mit Triple Play Geld
verdienen werde, da es beliebig quersubventionieren könne. Nach Ansicht
von Fränkl werden in diesem Jahr die Experimente mit Triple Play starten,
um zu entscheiden, welche Modelle funktionieren. Noch gehe man aber
zugangsorientiert in den Markt und wolle später die passenden Inhalte
finden.
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