MA Bell kommt zurück

AT&T kauft BellSouth für 67 Milliarden Dollar

Mega-Fusion auf dem US-Telekom-Markt perfekt
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Der größte amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T Inc. übernimmt wie angekündigt die drittgrößte US-Telefongesellschaft BellSouth Corporation im Zuge eines Aktientauschs für 67 Milliarden Dollar (55,8 Milliarden Euro). Dies haben die beiden Telekom-Riesen gestern bekannt gegeben.

Damit baut AT&T seine Führungsposition vor dem Branchenzweiten Verizon weiter deutlich aus. AT&T erhält auch volle Kontrolle der größten amerikanischen Mobilfunkfirma Cingular Wireless, an der das Unternehmen bisher zu 60 Prozent und BellSouth zu 40 Prozent beteiligt waren. Der Kauf hat auch Auswirkungen auf T-Mobile USA, die Nummer vier im amerikanischen Mobilfunkmarkt, sowie Vodafone, die 45 Prozent an Verizon Wireless hält.

Die BellSouth-Aktionäre sollen 1,325 AT&T-Aktien je eigenen Anteil erhalten. Dies läuft auf 37,09 Dollar je BellSouth-Aktie hinaus. Dies bedeutet ein Aufgeld von 17,9 Prozent gegenüber dem Freitags-Schlusskurs. Die Transaktion muss erst von den Aktionären beider Unternehmen und den Aufsichtsbehörden genehmigt werden und soll innerhalb von zwölf Monaten über die Bühne gehen.

AT&T wird mit einer Übernahme von BellSouth der mit Abstand größte US-Telekommunikationskonzern mit 70 Millionen Telefon-, knapp zehn Millionen Breitband- und 54,1 Millionen Mobilfunkkunden. Das Einzugsgebiet reicht von Kalifornien bis Florida. BellSouth ist im Südosten der USA präsent, und AT&T ist im Südwesten, Mittleren Westen und Westen des Landes stark vertreten.

AT&T will auch nach dem Zusammenschluss an seinem Frimensitz in San Antonio (Texas) festhalten. AT&T verspricht sich Synergieeffekte von 18 Milliarden Dollar und rechnet damit, dass die Transaktion ab 2008 Gewinn steigernd wirken wird.

Rückschritt Richtung Monopol?

Der AT&T-Verwaltungsrat billigte auch den Rückkauf von 400 Millionen eigenen Aktien bis Ende 2008 und den Kauf von eigenen Aktien im Wert von mindestens zehn Milliarden Dollar über die kommenden 22 Monate, den größten Teil davon im Jahr 2007.

Die BellSouth-Aktienkurs hatte im Dezember mit 24,32 Dollar ein Zwölfmonatstief verbucht und hatte sich seither deutlich erholt. Damit waren die BellSouth-Aktien zuletzt 56,6 Milliarden Dollar wert. Die AT&T-Aktien haben bei einem Kurs von 27,99 Dollar einen Gesamtwert von 108,6 Milliarden Dollar und liegen ebenfalls deutlich über ihrem Zwölfmonats-Tiefstand von 21,75 Dollar.

Der Zusammenschluss der beiden "Bell"-Gesellschaften wäre ein großer Schritt bei der Wiederherstellung des Monopols, das in der US-Telefonbranche vor der Zerschlagung der alten AT&T im Jahr 1 984 existierte. Die ursprüngliche AT&T, die auch als "MA Bell" (Mutter Bell) bekannt war, hatte jahrzehntelang ein US-Telefonmonopol gehabt.

Die frühere Telekom-Gesellschaft SBC Communications hatte erst im November 2005 die alte AT&T für 16 Milliarden Dollar übernommen und deren weitaus bekannteren Firmennamen angenommen. Das Unternehmen wird von dem langjährigen SBC-Chef Edward E. Whitacre Jr. geführt, der den Konzern durch Serienkäufe kleiner und großer Konkurrenten bereits zum US-Branchenführer in der Telekommunikationsbranche gemacht hatte. Für Whiteacre ist der BellSouth-Kauf ein krönender Abschluss seiner Erfolgskarriere. "Die Transaktion verbindet zwei gut geführte Unternehmen", betonte er. BellSouth operiere in einer attraktiven Region mit wachsender Wirtschaft.

Telekommunikationsfachleute erwarten eine sorgfältige kartellrechtliche Prüfung, doch keine allzu großen Schwierigkeiten, da sich die Einzugsgebiete kaum überschneiden. Zudem haben sich die Kabelfernsehgesellschaften mit der Internet-Telefonie und ihren Breitband-Angeboten zu den Hauptkonkurrenten der Telefongesellschaften entwickelt und machen ihnen immer stärkere Konkurrenz.