Telekom-Bilanz

Telekom wächst durch Mobilfunk und stockt Dividende auf (aktualisiert)

Aktionäre bekommen 72 Cent je Aktie, Wachstum in den USA
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Die Deutsche Telekom ist im vergangenen Jahr allein durch den guten Geschäftsverlauf im Mobilfunk gewachsen. Die beiden anderen Sparten, der Bereich Breitband/Festnetz und das Geschäftskundensegment, erzielten rückläufige Umsätze und Erträge, wie der Bonner Konzern heute mitteilte. Dennoch hat die Telekom im vergangenen Jahr mehr verdient und will ihre Aktionäre wie bereits vermutet mit einer höheren Dividende daran teilhaben lassen. An der Börse gehörte die Deutsche Telekom bis zum heutigen Mittag zu den Gewinnern.

Umsatzverlust im deutschen Mobilfunk- und Festnetzmarkt

Zur positiven Entwicklung im Mobilfunk, der Umsatz stieg um elf Prozent auf 29,5 Milliarden Euro, trugen besonders die Aktivitäten in den USA bei. In Deutschland stagnierte hingegen der Gewinn der Handy-Sparte. T-Mobile hat im vergangenen Jahr das Dilemma eines weitgehend gesättigten Marktes zu spüren bekommen. Zwar hat das Unternehmen noch einmal 2,1 Millionen neue Mobilfunkkunden gewonnen und mit 29,5 Millionen Nutzern seine Führung vor Vodafone verteidigt. Da diese Anwender jedoch im Schnitt weniger telefonieren, ging der durchschnittliche Umsatz pro Kunde weiter von 23,42 auf 22,03 Euro zurück. Zusammen mit sinkenden Erlösen aus dem Endgeräteverkauf - hier hat T-Mobile Subventionen abgebaut - ergibt sich ein Umsatzverlust um 1,4 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro.

In Großbritannien, nach Deutschland und den USA Standbein Nummer drei des Netzbetreibers, zwang die Übernahme des Konkurrenten o2 durch den spanischen Ex-Monopolisten Telefónica T-Mobile sogar zu einer Sonderabschreibung auf den Firmenwert von T-Mobile UK um 1,9 Milliarden Euro.

Einen Umsatzrückgang musste zudem die Festnetz-Tochter T-Com hinnehmen, offenbar ein Tribut an den anhaltenden Verlust von Kunden und Telefonminuten. Die Erlöse gingen um 3,5 Prozent auf 25,6 Milliarden Euro zurück. Die wachsenden Umsätze aus dem Breitbandgeschäft sowie aus Vorleistungen wie DSL für Wettbewerber reichten nach Konzernangaben nicht aus, um den Umsatzrückgang zu kompensieren.

Gesamtumsatz nur um vier Prozent gestiegen

Den Gesamtumsatz steigerte die Telekom im vergangenen Jahr um knapp vier Prozent auf 59,6 Milliarden Euro und lag damit am unteren Ende der eigenen Planung. Das operative Ergebnis ohne Sondereffekte legte um fast sechs Prozent auf 20,73 Milliarden Euro zu und lag damit ebenfalls am unteren Rand der eigenen Erwartungen. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Durchschnitt mit 20,75 Milliarden Euro gerechnet.

Unter dem Strich blieb ebenfalls bereinigt ein fast 27 Prozent höherer Nettogewinn von 4,66 Milliarden Euro. Hier lag der Durchschnitt der Schätzungen bei 4,59 Milliarden Euro. Die Dividende soll um 16 Prozent auf 0,72 Euro steigen. Damit wurde die Markterwartung von 0,70 Euro übertroffen. Im vergangenen Jahr waren 0,62 Euro gezahlt worden.

In ersten Einschätzungen zeigten sich Marktteilnehmer erleichtert über die Bilanz der Telekom. Die Zahlen könnten den Sektor europaweit beflügeln, sagte ein Händler. In den vergangenen Tagen sei verstärkt über eine niedrigere Dividende spekuliert worden.