Bilanz

T-Online bekommt härteren DSL-Konkurrenzkampf zu spüren

Hälfte aller T-DSL-Neukunden als Tarifkunden gewonnen
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Der Internet-Provider T-Online hat den härteren Wettbewerb im Geschäft mit schnellen DSL-Internetzugängen im vergangenen Jahr deutlich zu spüren bekommen. Zwar erreichte die Telekom-Tochter auch 2005 ihr Ziel, mindestens die Hälfte der neuen T-DSL-Nutzer als Tarifkunden zu gewinnen, wie aus der heute vorgelegten Jahresbilanz hervorgeht. Doch der Preiskampf in der Branche hat den Umsatz nur leicht steigen lassen und den Gewinn gedrückt.

Die Zahl der DSL-Tarifkunden wuchs im vergangenen Jahr in Deutschland um 1,2 Millionen auf 4,45 Millionen, wie T-Online weiter mitteilte. Damit entschieden sich 58 Prozent der neu hinzugekommenen T-DSL-Nutzer für einen Zugangstarif der Telekom-Tochter. Weitere 276 000 DSL-Tarifkunden gewann der Konzern in Frankreich und Spanien. Die Zahl der Schmalbandnutzer ging in Deutschland dagegen um rund 900 000 auf 4,06 Millionen zurück.

Die Erlöse konnte T-Online trotz des deutlichen Wachstums im DSL-Geschäft nur leicht um 3,8 Prozent auf 2,09 Milliarden Euro steigern. Grund dürften deutlichen Preissenkungen bei den Zugangstarifen sein, mit denen das Unternehmen im vergangenen Jahr auf den Preisverfall bei DSL-Tarifen reagiert hat. Auf den Gewinn, der mit 204 Millionen Euro um knapp ein Drittel niedriger als 2004 ausgefallen ist, haben außerdem höhere Kosten für die Kundengewinnung gedrückt. Mit 829 Millionen Euro hat T-Online hierfür im vergangenen Jahr knapp 39 Prozent mehr ausgegeben.

Für das laufende Jahr rechnet T-Online-Chef Rainer Beaujean zwar mit einem anhaltenden Kundenwachstum im Breitbandgeschäft. Allerdings werde die Konkurrenz voraussichtlich zunehmen und "neue Wettbewerber den Preiskampf nochmals anheizen", sagte der Manager. Das Mobilfunkunternehmen o2 hat bereits angekündigt, zusammen mit dem Netzbetreiber Telefónica ins DSL-Geschäft einzusteigen.