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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Kostenpflichtige Gratis-SMS: Anbieter startet Rückholaktion09.02.2006
18:09 simsen.de entlässt unfreiwillige Kunden aus der Abo-Falle
Anfang des Jahres machten wie berichtet zahlreiche Werbemails von SMS-Anbietern die Runde, in denen mit Gratis-SMS für die Teilnahme an einem Gewinnspiel geworben wurde. Doch wie sich herausstellte, ging es den Anbietern nicht darum, den Teilnehmern etwas zu schenken, sondern sie dazu zu bringen, sich für ein kostenpflichtiges SMS-Abo zu registrieren. Das verriet allerdings erst der Blick ins Kleingedruckte, das durch den Aufbau der Seiten keineswegs ins Auge fiel. Vielen Kunden wurde erst klar, dass sie sich für einen kostenpflichtigen Dienst registriert hatten, als ihnen eine entsprechende Rechnung ins Haus flatterte.
Die Empörung über diese Masche war groß und zahlreiche Internet-Seiten warnten vor derartigen Angeboten, die beispielsweise unter simsen.de, smsfever.tv oder auch smsfrog.de im Internet zu finden waren. Auch Publikumsmedien griffen das Thema auf und berichteten über die zweifelhaften Methoden dieser SMS-Anbieter. So wie es aussieht, haben sich die Betreiber dieser Seiten von dem allgemeinen Sturm der Empörung beeindrucken lassen - das legt zumindest eine offizielle Stellungnahme des Betreibers von simsen.de nahe, die in der netzwelt veröffentlicht wurde. Darin entschuldigt sich Valentin Fritzmann, Zweigstellenleiter der Verimount FZE LLC bei allen Kunden und räumt ein, dass seine Seite bisher an Transparenz vermissen ließ. Daher habe man das geändert, damit keine Missverständnisse mehr aufkommen. Rückholaktion und Transparenz OffensiveEs wurde weiterhin im Rahmen einer "Rückholaktion" unter netzwelt@simsen.de ein Mailaccount eröffnet, das Kunden nutzen können, die sich vor dem 1. Februar angemeldet hatten - also vor dem Beginn der so genannten "Transparenz Offensive" des Betreibers. Verimount verspricht, die Kunden mit Kulanz zu behandeln, ihr Account zu löschen und alle etwaigen Mahnungen oder Rechnungen als nichtig zu beachten. Natürlich lässt Verimount die Gelegenheit nicht aus, darauf hinzuweisen, dass simsen.de sich als Marktführer freuen würde, wenn die Mitbewerber diesem guten Beispiel folgen würden. Das klingt alles unerwartet handzahm. Wenn der Anbieter tatsächlich hält, was er verspricht, können zumindest die Kunden, die kein kostenpflichtiges Abo bei simsen.de abschließen wollten, ihre Sorgen mit einer E-Mail an das Rückholkonto los sein. Bleibt zu hoffen, dass die anderen "Gratis-SMS"-Anbieter mit unerwartetem Abo-Effekt auch diesem Beispiel von simsen.de folgen. Nicht immer alles glaubenAber auch die Kunden ähnlicher Seiten, die auf die SMS-Abo-Masche hereingefallen sind, haben vermutlich ganz gute Chancen, aus dem ungewollten Vertrag herauszukommen, wenn sie keine formgerechte Widerrufsbelehrung erhalten haben und am besten gar keine oder nur SMS aus dem versprochenen Freikontingent genutzt haben. Anders sieht es aus, wenn man den Abo-Dienst tatsächlich genutzt hat, also deutlich mehr SMS als die versprochenen Gratis-SMS versendet wurden. Denn damit hat man die zu bezahlende Leistung tatsächlich in Anspruch genommen. Hier kommt es dann tatsächlich auf die Kulanz des jeweiligen Anbieters an. Wir können an dieser Stelle nur wiederholen: Seien Sie ruhig misstrauisch, wenn man Ihnen suggeriert, man wolle Ihnen etwas schenken. Denn nicht überall, wo "Kostenlos" draufsteht ist auch wirklich kostenlos drin. Oft soll dabei auch nur von versteckten Kosten abgelenkt werden. Umso wichtiger ist Ihre Skepsis, wenn es darum geht, persönliche Daten anzugeben und AGB oder Teilnahmebedingungen zu akzeptieren. Ein unüberlegtes Anklicken oder Bestätigen könnte sonst unangenehme Folgen nach sich ziehen. Auch wenn simsen.de nun sein Verhalten tatsächlich geändert hat, heißt das nicht, dass andere Anbieter nicht an neuen Kundenfang-Methoden basteln. Anzeige:
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