Kompromiss

Keine Einigung zwischen ver.di und Telekom (aktualisiert)

Gewerkschaft weist Angebot als unzureichend zurück
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Die Verhandlungen über den Personalabbau bei der Telekom sind vorerst gescheitert. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di lehnte heute ein nicht näher erläutertes Angebot des Konzerns als unzureichend ab und forderte weitere Verhandlungen. Einen entsprechenden Beschluss habe das zuständige ver.di-Fachgremium nach zweitägiger Diskussion in Berlin gefasst, teilte die Gewerkschaft mit. ver.di und die Telekom hatten ihre wochenlangen Tarifverhandlungen über den Stellenabbau am Mittwoch zunächst abgeschlossen. Über den Ausgang war vorerst Stillschweigen vereinbart worden, da beiden Seiten Zeit gegeben wurde, über die Annahme der Einigung zu entscheiden.

Der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Franz Treml erklärte, die Verhandlungen seien durch die Pläne der Telekom belastet, Call-Center zu schließen, ohne den Interessen der Beschäftigten in diesem Bereich entgegenzukommen. An den Plänen zur Stellenstreichung seien keine Abstriche gemacht worden

Die Financial Times Deutschland hatte zunächst berichtet, dass sich beide Seiten nach langwierigen Verhandlungen auf die Modalitäten für den Stellenabbau geeinigt hätten. Es hieß, dass ver.di versucht habe, möglichst hohe Abfindungen für Vorruheständler auszuhandeln. Betriebsbedingte Kündigungen hätte die Telekom ausgeschlossen. Die Entscheidungen mussten noch von den Gremien der Tarifparteien bestätigt werden.

Anfang November hatte der Telekom-Vorstand seine Personalplanungen bis Ende 2008 vorgelegt. Mit den angestrebten Kürzungen will sich die Telekom für den zunehmenden Wettbewerb in der Branche fit machen. Dabei betonte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke, dass so viele Mitarbeiter behalten werden, wie es betriebswirtschaftlich möglich sei. Betroffen von den Kürzungen sind vor allem die Beschäftigten der Festnetzsparte T-Com, wo die Telekom nach eigenen Angaben rund 20 000 Menschen weniger benötigt. Dieser Bereich, in dem erhebliche Marktanteile verloren gingen, steht besonders unter Wettbewerbsdruck.

Der geplante Stellenabbau bei der Telekom hatte Ende vergangenen Jahres bundesweite Proteste ausgelöst. Telekom-Mitarbeiter und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierten die Pläne der Telekom, insgesamt 32 000 Arbeitsplätze abzubauen.