128 mal 160 Pixel, 65 536 Farben, 262 144 Farben, TFT, OLED,
LCD - alle diese Begriffe haben eines gemeinsam: Sie beziehen sich auf Handydisplays.
Doch was bedeuten die ganzen Abkürzungen eigentlich? Welche Technologie wird
bei den meisten Telefonen verwendet und welche Vor- bzw. Nachteile
haben die jeweiligen Displays. Im Rahmen des Themenmonats Hardware und angesichts
der bevorstehenden 3GSM in Barcelona, bei der unzählige neue Handys vorgestellt
werden, wollen wir für ein wenig Aufklärung sorgen.
LCD: Entweder ohne Licht oder aus jedem Blickwinkel gut lesbar

Fast ausschließlich finden sich derzeit in den Handys die farbigen Liquid Crystal Displays,
bekannt unter der Abkürzung LCD. Diese sind zwar weit verbreitet, haben aber
mehrere entscheidende Nachteile. So sind zumindest farbige LCDs so dunkel, dass
sie nicht ohne Hintergrundbeleuchtung auskommen. Und diese benötigt den
bei mobilen Geräten wertvollen Strom.
Ein weiterer Nachteil von LCDs ist die Blickwinkelabhängigkeit. Unter diesem Begriff
versteht man nichts anderes als die Beschreibung der möglichen Blickwinkel,
aus denen das Display zu lesen ist. So gibt es Geräte, deren Display man
nur dann lesen kann, wenn man nahezu senkrecht auf
das Display schaut, andere lassen sich auch aus sehr starken seitlichen
Perspektiven betrachten.

Gerade beim Blick von der Seite kann
es bei Displays zu Problemen kommen.
Foto: dpa
Grundsätzlich
gilt: Entweder das Display kann auch im unbeleuchteten Zustand gut gelesen werden,
dann aber ist der Blickwinkel sehr eingeschränkt. Oder das Display kannn aus
nahezu jedem Blickwinkel gut betrachtet werden, ist dann aber ohne
Hintergrundbeleuchtung schlecht zu lesen. Doch diese Technik kann man sich
auch zu Nutze machen. So wäre es teilweise sehr sinnvoll, den Blickwinkel
stark einzuschränken, damit der Sitzplatznachbar
in der Bahn die E-Mails oder SMS nicht
mitlesen kann. Gleichzeitig wäre bei
mobilen E-Mail-Geräten aber auch sinnvoll, wenn man das Display des Gerätes
auch auf dem Tisch liegend stets lesen kann, ohne die Beleuchtung
einzuschalten.
Die Notwendigkeit der Hintergrundbeleuchtung
hängt mit der Reflektivität der LCDs zusammen. Diese ist bei
Farbdisplays
konstruktionsbedingt sehr gering, es
wird also kaum natürliches Licht, das in das Display einfällt, auch wieder zurück
geworfen. Das liegt zum einen an den verwendeten Farbfolien, durch die das
Licht beim Rein- und Rausweg fallen muss und zum anderen an der Polarisation
der Filter. Das Licht wird in der Flüssigkeit des LCD um 90 Grad
gedreht. Damit aber diese Drehung einen Effekt hat, muss von den
zwei Schwingungsrichtungen des Lichtes (horizontal bzw. vertikal) eine
unterdrückt werden. Dann schwingt das einfallende Licht
im Gleichtakt. Allerdings gehen so 50 Prozent des Lichtes
verloren. Im Ruhezustand ist das Display durchsichtig,
daher spricht man vom Normally-White-Mode. Dieses ist der überwiegend
verwendete Modus, möglich ist aber auch die umgekehrte Variante
Normally-Black-Mode.
Schwarz-Weiß-Displays sind auch ohne Hintergrund-Licht lesbar

Weitere Nachteile der LCDs sind die Trägheit der Displays, die sich
vor allem beim Abspielen von Videofilmen bemerkbar macht. Zudem
sind die Displays empfindlich gegenüber Wärme und
Kälte, weswegen man
die Handys weder im Auto im Sommer liegen lassen noch sie bei Frosttemperaturen
in der Handtasche tragen sollte. Allgemein ist die Haltbarkeit der Displays,
wenn man sie nicht starkem Druck aussetzt, jedoch gut. Das liegt hauptsächlich
an dem Schutzglas bzw. -plastik über dem Display. Dieses schützt das LCD.
Gleichzeitig liegt bei diesem Schutz aber in Bezug auf Kratzer der
größte Angriffspunkt des Handys. Diese zusätzliche Scheibe spiegelt
aber auch einen Teil des
einfallenden Lichts. Ist dieses Spiegelbild etwa bei Sonnenlicht
heller, als das Bild des
eigentlichen Displays, lässt sich der Display-Inhalt kaum noch
erkennen. Dieses
Problem ist jedoch nicht LCD-Spezifisch, sondern betrifft jede Technologie mit
einem Schutzglas.
Schwarz-Weiß-Displays haben zumeist eine deutlich höhere Reflektivität,
so dass diese auch bei ausgeschaltetem Hintergrund-Licht und "normalem"
Umgebungslicht lesbar sein können. Dadurch kann der Besitzer
mit einem Blick auf das Handy erkennen, ob neue Nachrichten eingegangen
sind, ohne das "Licht einzuschalten", was bei den meisten Klapphandys nur
durch Öffnen geht. Doch Marketingstrategien
aber auch die Wünsche der Kunden nach Farbdisplays verhindern wohl
das Ausrüsten moderner Handys mit simplen Schwarz-Weiß-Displays.
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Die Zukunft: Wozu braucht man mehr Pixel und mehr Farben?
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