Gemischt

E-Plus und o2 künftig auch auf D-Netz-Frequenzen

Im Gegenzug müssen E-Netz-Bereiche teilweise geräumt werden
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Die beiden E-Netz-Anbieter E-Plus und o2 dürfen künftig auch Frequenzen im Bereich um 900 MHz nutzen. Diese wurden in Deutschland bislang ausschließlich von den beiden D-Netzen T-Mobile und Vodafone genutzt. Wie die für die Frequenzvergabe zuständige Bundesnetzagentur (BNetzA) heute gegenüber teltarif.de bestätigte, erhalten E-Plus und o2 wie geplant Frequenzen, die bislang für militärische Anwendungen reserviert waren, hier aber nicht mehr benötigt wurden. Beide Netzbetreiber erhalten jeweils 2 x 5 MHz gepaarte Frequenzen, müssen im Gegenzug aber im 1800er-Spektrum binnen Jahresfrist Frequenzen im gleichen Umfang freigeben.

Für die beiden Netzbetreiber haben die Frequenzen vor allem in ländlichen Regionen große Vorteile. Denn die Ausdehnung der 900er-Frequenzen ist in der Fläche besser als die der 1800er. Dadurch können die beiden Anbieter ihre Versorgung in der Fläche mit weniger Sendemasten besser realisieren als mit ihren bisherigen Frequenzen. Für die Kunden hingegen ändert sich nichts. Die bisherigen Telefone können weiterverwendet werden, da die allermeisten Geräte schon für das sogenannte E-GSM-Band vorbereitet sind. Telefone, die dieses Frequenzband nicht nutzen, funken weiterhin auf den verbleibenden 1800er-Frequenzen.

Allerdings können die beiden Anbieter nicht direkt mit dem Netzumbau beginnen. Da es sich um diesen Beschluss der BNetzA um einen so genannten Verwaltungsakt handelt, kann dieser noch angefochten werden. Einen Termin, an dem dieser Beschluss rechtskräftig wird, konnte die Netzagentur aber auf Nachfrage nicht nennen. Übrigens: Auch die D-Netze funken nicht nur in "ihrem" 900er-Bereich. Schon 1999 hatten die Netzbetreiber Frequenzen im eigentlichen E-Netz-Bereich ersteigert, um ihre Sprach-Kapazitäten in Großstädten erhöhen zu können.