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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 12.02.2012 |
Deutsche Telekommunikation verliert den Anschluss27.01.2006
14:00 Unternehmensberatung McKinsey fordert mehr Investitionen
Deutschland investiert seit Jahren weit unterdurchschnittlich in
die Telekommunikationsinfrastruktur und droht besonders bei der
Glasfaser-Zukunftstechnologie international den Anschluss zu
verpassen. Allein um die Lücke zum OECD-Durchschnitt zu schließen,
sind zusätzliche Investitionen von etwa 6,5 Milliarden Euro jährlich
notwendig. Sie könnten bis zu 130 000 neue Arbeitsplätze schaffen und
ein zusätzliches Bruttoinlandsprodukt in Höhe von bis zu 7,6 Milliarden
Euro bedeuten. Dies sind Ergebnisse einer internationalen Studie der
Unternehmensberatung
McKinsey & Company
zur Zukunft der Telekommunikationsbranche.
Besonders kritisch seien Investitionen in Glasfaserleitungen. Sie übertragen Daten um ein Vielfaches schneller als herkömmliche Breitbandkabel und ermöglichen unter anderem den Empfang von hochauflösendem Fernsehen (HDTV). Eine Ursache für den Rückstand bei diesen VDSL-Verbindungen sei in erster Linie die aktuelle Regulierungspolitik, die den Zugang zu den Netzen regelt und europaweit zu heftigen Diskussionen zwischen Betreibern und der EU-Kommission führt. Pro-Kopf-Investition in Deutschland weit unter dem SchnittGroße Unternehmen der Branche, darunter auch die Deutsche Telekom, die die erforderlichen Milliarden-Investitionen bewältigen könnten, zögern nach Einschätzung Unternehmensberatung angesichts der Unsicherheit hinsichtlich der Zugangsrechte von Konkurrenten. Sie fürchten um eine angemessene Kapitalrendite, wenn sie nicht selbst bestimmen können, unter welchen Voraussetzungen sie Wettbewerber in ihre Netze lassen. In dynamischen Märkten wie der Telekommunikation sind aber Anreize für Innovations- und Wettbewerbsvorsprünge unverzichtbar, so die McKinsey-Untersuchung. In Deutschland betrugen die Investitionen in die Infrastruktur mit 72 Euro pro Kopf nur halb so viel wie im OECD-Durchschnitt und etwa ein Drittel der Ausgaben von Japan (214 Euro) oder Großbritannien (196 Euro). In den USA wurden im selben Zeitraum 261 Euro investiert. Mit seinem kostenbasierten Regulierungsansatz bietet Deutschland nach Meinung von Jürgen Meffert, Director bei McKinsey und einer der Autoren der Studie, keinen Anreiz für größeres Engagement der Unternehmen. Die Erfahrung in anderen Ländern zeige: Von Deregulierung profitiert nicht nur die Telekommunikation, sondern die gesamte Volkswirtschaft.
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