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Sanierungskosten drücken Quartalsgewinn bei Siemens

26.01.2006
11:08

Kommunikationssparte ist das Sorgenkind

Der Technologiekonzern Siemens ist auch im Geschäftsjahr 2005/06 weiter mit der Sanierung seiner Problembereiche beschäftigt. Die Kosten für den Umbau des IT-Dienstleisters SBS und der Kommunikationssparte Com haben zwischen Oktober und Dezember den Gewinn gedrückt. Dagegen läuft das Geschäft in den übrigen Bereichen rund - mit Ausnahme der Kraftwerkssparte Power Generation. Analysten bewerteten das am Donnerstag vorgelegte Ergebnis des ersten Quartals deshalb nicht ausschließlich negativ, obwohl es hinter den Erwartungen zurückblieb.

Den Umsatz konnte Siemens nach eigenen Angaben um 22 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro und damit deutlicher steigern als von Beobachtern erwartet. Sie hatten im Durchschnitt mit lediglich 18,8 Milliarden Euro gerechnet. Der Gewinn von 813 Millionen Euro nach gut einer Milliarde Euro im Vorjahresquartal blieb dagegen unter den Prognosen. Analysten hatten mit 899 Millionen Euro Überschuss kalkuliert. Das operative Ergebnis fiel von knapp 1,6 Milliarden auf 1,4 Milliarden Euro.

Die laufende Sanierung für die Kommunikationssparte Com und den IT-Dienstleister SBS hätten das Ergebnis belastet, sagte Vorstandschef Klaus Kleinfeld. In den meisten übrigen Bereichen, darunter das Transportgeschäft und die Fabrikautomatisierung, habe jedoch das Ergebnis gesteigert werden können.

Fast alle Spartenergebnisse liegen im Rahmen der Erwartungen

Das operative Ergebnis enthält den Angaben zufolge Sanierungskosten von 351 Millionen Euro. Der Umbau der Sparte Com habe das Bereichsergebnis von 323 Millionen Euro mit 144 Millionen Euro belastet. Positiv ausgewirkt habe sich indes der Ertrag von 356 Millionen Euro aus dem Verkauf der Aktien von Juniper Networks, an der Siemens keine Anteile mehr hält.

Der Verlust der Sparte SBS von 229 Millionen Euro enthält den Angaben zufolge Sanierungskosten von 207 Millionen Euro. Man sei im ersten Quartal mit dem Umbau gut vorangekommen, sagte Kleinfeld. Allerdings sei noch "ein Weg zu gehen". Zukünftig anfallende Kosten bezifferte er nicht.

Der Ergebnis-Rückgang um 17 Prozent auf 177 Millionen Euro in der Sparte Power Generation resultiert weiteren Angaben zufolge im Wesentlichen aus dem negativen Ausgang eines Schiedsverfahrens im Zusammenhang mit einem Projekt aus dem Jahr 1999. Die operative Performance von Power Generation sei aber stabil geblieben, sagte Kleinfeld.

"Die Spartenergebnisse sind bis auf SBS alle mehr oder weniger 'in line'", sagte ein Analyst. Sobald Siemens SBS losgeworden sei, sehe der Konzern wesentlich besser aus. Die geringeren Margen seien auf einen aggressiveren Marktauftritt zurückzuführen. Damit seien Marktanteile gewonnen worden. Den Erfolg dieser Strategie zeigten die Ordereingänge, die von 20,4 Milliarden auf 26,8 Milliarden Euro gestiegen waren. "Siemens scheint wesentlich aggressiver geworden zu sein", sagte der Analyst. Die verlustreiche Handysparte hatte Siemens im vergangenen Jahr an den taiwanesischen Konkurrenten BenQ abgegeben.

 
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