Studie

Interesse an Mobile Banking wächst

Immer mehr Kreditinstitute bieten die "Bank für unterwegs" an
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Mobile Banking, die Abwicklung von Bankgeschäften und Finanzdienstleistungen über mobile Geräte wie beispielsweise das Handy oder den PDA, scheint im zweiten Anlauf der Durchbruch zu gelingen. Im Rahmen einer Nutzerbefragung und einer Erhebung unter Kreditinstituten machte der Arbeitsbereich Internationales Management der Universität Hamburg eine allgemein wachsende Akzeptanz der mobilen Dienste aus. Das Kundeninteresse und die Zahlungsbereitschaft für die verschiedenen Dienste variiert jedoch laut den Autoren der Studie "Perspektiven des Mobile Commerce in Deutschland".

Der empirische Untersuchung zufolge können sich 92 Prozent aller Befragten durchaus vorstellen, Überweisungen vom Handy aus zu tätigen - 60 Prozent sind sogar bereit, ein Nutzungsentgelt dafür zu zahlen. Mehrheitlich abgelehnt wurden jedoch kompliziertere Angebote wie etwa der Kauf von Standardversicherungen. Für das gesteigerte Interesse an Mobile Banking machen die Studienautoren sowohl technologische, als auch demografische Entwicklungen verantwortlich: Dazu zählen der WAP-2.0- bzw. der UMTS-Standard für ausreichende Datenübertragungsraten sowie der Wunsch der Bankkunden nach mehr Mobilität.

Mobile Banking entwickle sich von einem "rein technologiegetriebenen Produkt zu einer businessfokussierten, Mehrwert stiftenden Dienstleistung", so die Verfasser der Studie. Schon mittelfristig werde es zu einem Standardangebot werden wie Online-Banking, lautet ihre Vorhersage.

Erste Anbieter setzten auf WAP

Mobile Banking Neu ist das Erledigen der Bankgeschäfte von unterwegs nicht, doch zur Boomzeit der New Economy scheiterten die ersten Versuche, weil den Nutzern die Technik zu kompliziert, zu langsam und zu teuer war. Mit der wachsenden Verbreitung von leistungsfähigeren Handys mit großen, hochauflösenden Displays und schnelleren Übertragungsstandards wächst auch in Deutschland der Wunsch bei vielen Kunden, per Mobiltelefon Konto- oder Depot-Transaktionen durchzuführen oder einfache Informationen per SMS einzuholen - in manchen Ländern wie Frankreich oder die Niederlande längst keine Ausnahme mehr.

"Neue Smartphone-Generationen, große Speicher, schnelle Netze und moderne Mobiltechnologien bieten mittlerweile gute Voraussetzungen für eine Vermarktung von Bankprodukten über den mobilen Vertriebskanal", schrieben bereits im vergangenen Jahr Jürgen Pinkl und Frank Georgi von Beratungsunternehmen Accenture in einem Beitrag für die Fachzeitschrift Die Bank. Einige Banken bieten diesen Service inzwischen wieder an: Beispielsweise hat die Postbank in Zusammenarbeit mit T-Mobile einen Mobile-Banking-Dienst auf WAP-Basis im Programm. Zum Leistungsumfang gehören Überweisungen, Kontostandsabfragen, Aktienorders und Geldautomatenfinder.

Java-basierte Mobile-Banking-Dienste

Eine Alternative zu den WAP-basierten Angeboten stellen Mobile-Banking-Dienste auf Grundlage einer Java-Anwendung dar. Einen solchen Dienst bietet beispielsweise die Sparkasse KölnBonn [Link entfernt] an, eine bankunabhängige Software findet sich zum Beispiel bei T-Mobile. Für Symbian-Smartphones geeignet ist unter anderem auch die Software OutBank 2005. Ein Vorteil dieser so genannten Smart Clients gegenüber den WAP-basierten Diensten ist es, dass der Nutzer beispielsweise Überweisungen bereits im Offline-Modus vorbereiten und so Übertragungskosten sparen kann. Solche Banking-Software kann in der Regel auf jedem neueren Mobiltelefon installiert werden.

Ob die "Bank für unterwegs" auch hierzulande erfolgreich sein wird, entscheidet am Ende wie so oft die Einfachheit der Nutzung sowie die Höhe der Nutzungspreise. Noch bieten die Banken den Dienst an sich in der Regel kostenlos an, hierzu zählen auch die Kosten für die Übertragung der Daten via GPRS oder UMTS, die die Mobilfunkanbieter erheben. Bezahlbare Daten-Flatrates wie die von Base dürften hier die Einstiegshürden für die interessierten Verbraucher senken. Dazu kommt die Frage der ausreichenden Verschlüsselung und Sicherheit.

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