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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | teltarif.de | 20.03.2010 |
Der Chef des Telekommunikationskonzerns Swisscom, Jens Alder, hat die
Konsequenzen aus einem Expansionsverbot der Regierung für sein Unternehmen gezogen und ist
zurückgetreten. Sein Nachfolger wird der 42-jährige Deutsche Carsten Schloter, der
bisherige Leiter der Mobilfunksparte Swisscom Mobile, wie
Swisscom heute mitteilte. Alder hatte das Unternehmen seit Ende 1999 geführt.
Unter dem Eindruck der wegen einer falschen Kaufstrategie zusammengebrochenen Luftgesellschaft Swissair hatte die Regierung Ende November vergangenen Jahres überraschend die Swisscom gezügelt. Dies zu einem Zeitpunkt, als die Kaufverhandlungen für die irische Telekomgesellschaft Eircom kurz vor dem Abschluss standen. Regierungsmitglieder befürchteten Millionenverluste, sollten die auch in anderen Ländern geplanten Übernahmen sich als nicht rentabel erweisen. Dabei wurde auch darauf verwiesen, dass die Swisscom bereits Ende April 2004 den deutschen Mobilfunkanbieter debitel mit einem Verlust von 3,3 Milliarden Franken (umgerechnet 2,12 Milliarden Euro) habe verkaufen müssen. Übernahmeversuche von Cesky Telecom und Telekom Austria blieben erfolglos. Die Schweizer Regierung hatte ebenfalls im November angekündigt, ihre Mehrheit von 66,1 Prozent an Swisscom verkaufen zu wollen. Die Regierung bereite die Trennung vor, um dem Unternehmen mehr Entfaltungsfreiheit zu geben, hieß es damals. Das Paket wurde auf etwa 17,5 Milliarden Franken (11,3 Milliarden Euro) geschätzt. Das Procedere könnte aber bis zu zwei Jahre dauern, da eine Volksabstimmung über die Freigabe als wahrscheinlich gilt. Noch schreibt das Gesetz eine Bundesmehrheit vor. Es soll nun geändert werden, weil es nach Ansicht der Regierung den Handlungsspielraum der Swisscom einschränkt. Finanzminister Hans-Rudolf Merz sagte, die Regierung wolle die unternehmerischen und politischen Risiken durch ihre Mehrheitsbeteiligung an der Swisscom minimieren und sich "von den Fesseln befreien", die ihr durch die Mehrheitsbeteiligung auferlegt seien. Die neue Unternehmensstrategie der Swisscom soll nun Carsten Schloter vorantreiben. Entsprechend den Auflagen der Regierung werde Swisscom die ausschüttbaren Reserven über die nächsten vier Jahre bis auf eine Milliarde Franken senken. Zusätzlich zu den Ausschüttungen nach geltender Ausschüttungspolitik sollten bis spätestens 2009 rund 1,5 Milliarden Franken (0,9 Milliarden Euro) an die Aktionäre fließen, schreibt die Swisscom. dpa / Markus Weidner
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