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Klickbetrug gefährdet Internet-Werbemarkt12.01.2006
17:20 Kippt das Pay-per-Click-Modell?
Der Online-Werbemarkt brummt, angesichts des rasanten Wachstums werden langsam die Werbeplätze knapp. In die Schaltung von Werbelinks, beispielsweise auf den Webseiten, werden mittlerweile Milliardenbeträge investiert. Laut einem Bericht in der Financial Times Deutschland (FTD) läuft das Geschäft für die Online-Branche so gut, dass Analysten für dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung der Ausgaben für Internetwerbung um 32 Prozent auf 16,6 Milliarden US-Dollar erwarten. Ursprünglich wurde ein Plus von 21 Prozent prognostiziert.
Angesichts steigender Preise für die Werbeflächen wollen die Auftraggeber zunehmend Belege sehen, dass sich ihre Produkte oder Dienstleistungen durch Anzeigen auf Internet-Seiten auch wirklich besser verkaufen. Auf den ersten Blick ist das im Online-Markt relativ leicht zu bewerkstelligen, weil die Klicks auf den Werbeseiten einfach zu zählen sind. Die Werbung im Internet hat nicht zuletzt deshalb so stark zugelegt, weil es auf den ersten Blick so aussieht, als ob ihre Wirkung genauer gemessen werden könne als bei konventionellen Anzeigen in Zeitungen oder Zeitschriften. Aber weil das mit den Klicks auf die Werbung so einfach ist, liegt es nahe, dass findige Betrüger an dieser Stelle ein wenig nachhelfen. Klickverhalten genauer analysierenMit den genaueren Analysen des Verhaltens der Internetnutzer, die die Werbekunden nun fordern, sollen so genannte Klickbetrüger künftig leichter aufgespürt werden. Als Klickbetrug (englisch auch Click Fraud) wird das massenhafte Anklicken von Werbelinks bezeichnet, das ein hohes Interesse der Kunden vortäuschen und die Werbe-Preise in Höhe zu treiben soll. Denn an jedem Klick auf eine Internetanzeige verdient der jeweilige Betreiber der Internet-Seite, auf der die Werbung geschaltet wird. Das Preismodell dahinter heißt Pay per Click (PPC). Unkontrollierter Missbrauch des Pay per Click könnte der aktuellen Boom-Stimmung jedoch schnell ein Ende machen. Für Internet-Portale wie Google oder Yahoo wäre das fatal. Der führende Suchmaschinenbetreiber Google hängt fast ausschließlich am Geschäft mit den bezahlten Links. Bei Yahoo soll fast die Hälfte des prognostizierten Umsatzes von 3,7 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr mit PPC erwirtschaftet worden sein. Mit neuen Analyseprogrammen will man den Klickbetrügern auf die Schliche kommen. "Der fragwürdige Traffic findet vor allem auf Suchmaschinen statt", erklärt Wolfhart Fröhlich, Deutschland-Chef des Internetvermarkters Miva. Das Unternehmen ist auf Pay-Per-Click-Modelle spezialisiert. Die großen Vermarkter wiegeln abEs machen immer wieder Meldungen zum Thema Klickbetrug die Runde, allerdings wiegeln die Portalbetreiber ab. Die Zahl der Fälle bewege sich im Promille-Bereich, allerdings müsse etwas dafür getan werden, dass es so bleibe. "Ich denke, dass dagegen sehr schnell etwas getan werden muss. Sonst könnte unser Geschäftsmodell gefährdet sein", zitierte die FTD den Google-Finanzchef George Reyes schon vor einem Jahr. Ein Sprecher von Google Deutschland erklärt: "Wir haben Schutzsysteme, die den Betrug verhindern". Zu den genauen Sicherheitsmaßnahmen wollen sich die Firmen nicht äußern - um den Betrügern keine Hinweise zu liefern. Auch zum Ausmaß der betrügerischen Klicks machen die Unternehmen keine Angaben, wohl auch, um das Thema nicht allzu sehr hochkochen zu lassen. Anders sieht das natürlich bei den Anbietern von Schutzprogrammen gegen Klickbetrug aus, etwa optop.de. Sie malen Schreckensszenarien in düsteren Farben: "Bei Google Adsense und Content Match von Overture haben wir zwischen 12 und 18 Prozent gemessen", sagte Christian Bennefeld, Geschäftsführer von Etracker gegenüber der FTD zum Anteil auffälliger Klicks auf Internetanzeigen. Dagegen schätzt Harald Fortmann, Geschäftsführer des Werbevermarkters 24/7 Real Media Deutschland: "Über die Gesamtzahl unserer Kunden rechnen wir mit drei Prozent bis vier Prozent."
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