Europa will ab heute ein Weltraum-Monopol der USA knacken: mit GIOVE-A ist der
erste von 30 Satelliten des Galileo-Navigationssystems ins All gebracht worden,
das auf den Meter genau Ortsbestimmungen überall auf der Erde ermöglicht. Eine
russische Sojus-Fregat-Rakete hat den Satelliten vom kasachichen Weltraumbahnhof
Baikonur aus ins Orbit gebracht. Nach langem Streit zwischen den beteiligten
Ländern soll
das System bis 2010 einsatzfähig sein.
Galileo weckt laut EU-Verkehrskommissar
Jacques Barrot bereits heute große Erwartungen im Ausland.

So funktioniert Galileo. Vergrößerung mit Klick auf das Bild
"Das europäische Projekt hat eine Welle des Interesses überall auf der Welt ausgelöst", sagte Barrot der französischen Wirtschaftszeitung
La Tribune vor dem
Start des ersten Testsatelliten. Dies habe er zuletzt unter anderem bei einem T
reffen mit seinen Kollegen der Mittelmeer-Anrainer in Marokko festgestellt.
Barrot sagte, Galileo werde "auf ein gewisse Weise ein Konkurrent" des
US-Systems GPS werden, auch wenn beide
Systeme sich ergänzen könnten.
Barrot verwies auf "immense Anwendungsmöglichkeiten", die erheblichen
Einfluss auf den Alltag der Bürger haben würden. Diese reichten vom
Einsatz in Auto-Navigationssystemen bis zur Unfallverhütung und Fortschritten
bei der Distanz-Chirurgie. Das Projekt zeige "die Fähigkeit der Staaten
der Europäischen Union, sich zusammen für ehrgeizige und für ihre
Bürger, Volkswirtschaften und Europas Platz in der Welt entscheidende
Projekte zu engagieren", betonte der EU-Verkehrskommissar.