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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Musik aus dem Datenfunk - Tücken des digitalen Vertriebs23.12.2005
10:28 Ein Überblick über den aktuellen Musik-Download-Markt
Musik aus dem Plattenladen gilt unter
fortschrittlichen Menschen spätestens seit
Napster als antiquiert.
Mit den Musik-Läden etwa des Computerherstellers Apple, der Provider
freenet, tiscali und
T-Online sowie der Mobilfunkgesellschaften
Vodafone, T-Mobile und
o2 gibt es inzwischen eine ganze Reihe von
Möglichkeiten, die eigene Musiksammlung legal auf digitalem Weg
auszubauen. Das geht teilweise bedeutend billiger als im Laden. Zum
Beispiel verlagt Apple einheitlich 9,99 Euro für jedes Album.
Aktuelle Titel auf CD sind zu diesem Preis kaum zu bekommen.
nächste Seite: Musik-Shops im Überblick
Die schöne neue Welt der Downloads birgt aber auch Risiken für den Nutzer. Er ist verantwortlich für die Datensicherung - nicht allein für die gekauften Musikdateien, sondern auch für den meist mitgelieferten Lizenzschlüssel, ohne den aus dem Lieblingssong ein unnützes digitales Knäuel aus Nullen und Einsen wird. Einen Totalausfall der eigenen Festplatte sollte man daher mit regelmäßigen Sicherungskopien und dem Brennen der Musikdateien als Audio-CD abfedern. o2 war erster mit kompletten Musikstücken auf dem Handy
Seinen frühen Musik-Kunden bot o2 einen tragbaren Musik-Spieler und das Siemens-Handy SX1 an. Die Dateien ließen sich per Mobilfunk auf das Handy beziehungsweise den Musik-Spieler laden und dort speichern. Aber eben nur dort. Es gibt keine Möglichkeit, die Dateien zum Beispiel auf dem PC abzuspielen. Die bezahlten Stücke auf CD zu brennen, ist ebenso unmöglich. Eine angekündigte PC-Software ist nie auf den Markt gekommen. Die Musik bleibt unzertrennlich mit dem SX1 oder dem Music-Player verbunden - und wandert mit ihnen irgendwann in den Elektroschrott. Nach Umstellung kein Download mehr auf SX1 möglichAuch für o2 war diese Situation nicht besonders komfortabel, zumal sich für das inzwischen zwei Jahre alte SX1 in den vergangenen Monaten kaum noch jemand interessiert haben dürfte. Deshalb hat o2 seinen Musik-Shop nun neu gestartet. Mit dem SX1 kann man zwar nach wie vor Stücke kaufen, diese jedoch nicht mehr auf das Handy, sondern nur noch aus dem Internet herunterladen. Wer weiter Musik mobil auf sein Telefon laden will, braucht ein neues Gerät. Bereits gekaufte Stücke können SX1-Nutzer darauf jedoch nicht übertragen. o2 ist sich des Problems bewusst. Die betroffenen Kunden seien angeschrieben worden, sagt Unternehmenssprecher Roland Kuntze. Das Mobilfunkunternehmen wolle sich mit ihnen individuell einigen. Selbst wenn es im konkreten Fall o2 vermutlich nur wenige tausend Kunden trifft und so radikale Umstellungen wie bei o2 die Ausnahme sind. Die technische Weiterentwicklung hat in der Vergangenheit in allen Bereichen neue Dateiformate hervorgebracht, und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern. Für Musik hat das nach wie vor populäre Format MP3 (das ja eigentlich MPEG-1 Audio Layer drei heißt) längst Konkurrenz bekommen. Viele Online-Musikläden setzen auf Microsofts Format Windows Media Audio (WMA), vor allem wegen des ausgefeilten Lizenzrechte-Managements. Eine geschützte Musikdatei kann dann - wie etwa bei neuen Musik-Shop von o2 - nur der Windows Media Player abspielen. Wegen der guten Komprimierung wird auch das Format Advanced Audio Coding (AAC) immer beliebter.
Musikfans müssen sich daher wohl auch mit der technischen Seite
ihrer Leidenschaft beschäftigen. Sonst kann ihnen mit der digitalen
Sammlung das passieren, was bereits zu Zeiten analoger Technik
passierte: Die alte Schellackplatte lief nach den 60er Jahren auch
nicht mehr auf jedem Plattenspieler. Und wem der Plattenspieler heute
kaputt geht, der muss schon ein bisschen suchen, um ein neues Gerät
zu finden, auf dem er seine Jugendschätze hören kann. Der wesentliche
Unterschied zur analogen Zeit ist allerdings die Geschwindigkeit der
Entwicklung digitaler Unterhaltungselektronik. Hatte die
Nachkriegsgeneration noch fast eine Generation lang mehr oder weniger
Systemsicherheit, reichen heute ein paar Jahre, um aus Musikstücken
Datenmüll werden zu lassen.
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