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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Technik soll "einfach, sinnlich und benutzerfreundlich" sein21.12.2005
10:12 "Featuritis" macht Geräte benutzerunfreundlichInhaltsverzeichnis:1. Moderne Alltagstechnik ist oft zu kompliziert2. Auch jüngere Menschen kommen mit neuer Technik oft nicht zurecht
Nicht nur Nostalgiker denken mit Wehmut an
die Zeit zurück, als ein Telefon noch ein Telefon war und zu nichts
anderem diente als zum Telefonieren. Heute sind Handys zwar kleine
Alleskönner, die man zum Fotografieren, Spielen, Musik hören und als
Bürohilfe nutzen kann. Doch die Wunderwerke der Technik haben auch
ihre Tücken: Sie werden zwar immer leistungsfähiger, aber damit nicht
benutzerfreundlicher.
nächste Seite: Auch jüngere Menschen kommen mit neuer Technik oft nicht zurecht
"Moderne Alltags-Technik ist häufig zu kompliziert zu bedienen", sagt Ralph Hinderberger, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der deutschen Usability-Professionals mit Sitz in Stuttgart, der im November den ersten Tag der Benutzerfreundlichkeit in Deutschland veranstaltete. Unter dem Motto "Einfach, sinnlich und benutzerfreundlich" forderten dabei Experten in über 30 Ländern, dass Technik bedienbarer werden müsse. Das Problem sei laut Hinderberger, dass moderne Geräte wie Handys oder PDAs oft unter einer neuen Technik-Krankheit leiden: der "Featuritis". "Der Trend geht dahin, dass Hersteller immer mehr Funktionen in immer kleinere Geräte packen - das verwirrt die Kunden", sagt Hinderberger. So finden viele Nutzer vor lauter Knöpfen und Menüs die einfachsten Anwendungen nicht mehr, wie die Studie HandyERGO der Fachhochschule Gelsenkirchen von 2004 belegt. Von mehr als 1 200 Testpersonen scheiterten dabei fast zwei Drittel bei dem Versuch, auf einem fremden Handy eine SMS zu schreiben. Häufig handfeste EntwicklerfehlerZwar bewerben die Hersteller die Einfachheit ihrer Produkte schon länger mit Schlagworten wie "Simplicity" und "Easy to use" - über derartige Slogans kann Lothar Mühlbach aber nur müde lächeln. Er prüft im Human Factors Test Center (HFTC) des Instituts für Nachrichtentechnik der Fraunhofer-Gesellschaft in Berlin neue Technologien auf ihre Benutzbarkeit. Dabei finde er immer wieder handfeste Entwickler-Fehler, weil die Firmen zwar lange an der Leistungsfähigkeit ihrer Geräte feilten, dafür aber am Bedienkomfort sparen. So stieß Mühlbach auf der letzten Internationalen Funkausstellung in Berlin auf eine HiFi-Anlage, die zwar eine komplette CD-Sammlung speichern und die Musik drahtlos durch die Wohnung funken konnte. Allerdings war das Display zu klein, um bei der Musikauswahl die Titel lesen zu können. Zudem zeige die Praxis, dass viele Geräte nicht auf die Bedürfnisse der Anwender ausgerichtet seien. "Die Technik muss sich aber an den Kunden anpassen und nicht umgekehrt", sagt Mühlbach. So sei es zum Beispiel fraglich, ob Kunden überhaupt einen Internetanschluss am Fernseher haben wollten. Auch verlangten viele Produkte zu großes technisches Vorwissen. Gerade im Datendschungel von Mobilfunkdiensten für größere Datenmengen wie GPRS, UMTS oder dem Handy-Fernsehen DVB-H blickten Anwender häufig nicht mehr durch.
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