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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Call-Center-Branche auf Wachstumskurs17.11.2005
16:27 Branche strebt besseres Image an
Die Call-Center-Branche in Deutschland sieht sich auf Wachstumskurs. Binnen
eines Jahres sei die Zahl der Mitarbeiter um 20 000 auf über 350 000
gestiegen, sagte der Präsident des
Call Center Forum Deutschland, Manfred Stockmann, heute in Kassel. Für die Zukunft werde mit einem
jährlichen Wachstum von über zehn Prozent gerechnet. Die Zahl der Call-Center
kletterte innerhalb von einem Jahr um 180 auf rund 5 600.
Vom kommendem Jahr an gibt es zwei Ausbildungsgänge für Mitarbeiter in den Telefonzentralen. 2006 werde mit rund 5 000 Ausbildungsplätzen in der Branche, mittelfristig mit jährlich 10 000 Lehrstellen gerechnet, sagte Stockmann. "Da sind Real- und Hauptschüler stark angesprochen." Call-Center suchten auch in Standorten mit hoher Arbeitslosigkeit wie in Kassel händeringend nach Mitarbeitern. Diese müssten nicht mit Zeugnissen und Diplomen sondern mit guter Auffassungsgabe und Einfühlungsvermögen überzeugen. Aufstiegsmöglichkeiten gebe es später in das Marketing und andere Abteilungen von Unternehmen. Zahl der Call-Center-Jobs könnte auf eine Million ansteigenDer Telefon-Service gehört auch nach Meinung Ulrich Junghanns (CDU), Wirtschaftsminister in Brandenburg, zu den Wachstumsbranchen schlechthin. "Hier zeigt sich, dass auch in konjunkturell schwierigen Zeiten Arbeitsplätze entstehen können", sagt er. Überall in dem Bundesland hätten sich in den vergangenen Jahren Unternehmen angesiedelt - nicht nur nahe Berlin, sondern auch in Randregionen, wie Junghanns betont. 60 Call-Center gibt es inzwischen in der Mark, Tendenz steigend. Deutschlandweit könnte auf längere Sicht die Zahl der Jobs durchaus auf eine Million anwachsen, glaubt Andreas Buchelt, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Berlin & Brandenburg Call Center (ABBC). Trotzdem sieht sich die Branche immer wieder der Kritik ausgesetzt. Der Landesverband der Gewerkschaft ver.di monierte erst am Mittwoch wieder "schlechte Arbeitsbedingungen und miserable Bezahlung". Die ABBC versucht deshalb, das Image der Branche zu verbessern. Buchelt verweist auf ein Qualitätssiegel, dass kürzlich in Kooperation mit dem TÜV entwickelt worden sei. Unternehmen, die das Zertifikat erhalten wollen, müssen unter anderem nachweisen, dass sie ihre Mitarbeiter ordentlich schulen. Außerdem dem sind schnelle Erreichbarkeit und kompetente Beratung wichtig. Call-Center-Tage in Teltow"Das beweist, dass wir es mit einer anspruchsvollen Dienstleistungs-Tätigkeit zu tun haben", sagt Buchelt. Auch in Äußerlichkeiten zeigt sich der Versuch der Branche, etwas für ihren Ruf zu tun: Immer häufiger bezeichnen sich die Call-Center als "Customer Service Center", was mit "Kundendienstzentrum" zu übersetzen ist und sich seriöser anhören soll. Zudem öffnet sich der Wirtschaftszweig nach außen. In dieser Woche begannen die ersten "Berlin-Brandenburger Call-Center-Tage", in deren Rahmen 14 Betriebe ihre Pforten bewusst für Besucher öffneten. Auch der Mobilfunknetzbetreiber o2 gehörte dazu, mit neun Millionen Kunden der drittgrößte Mobilfunkanbieter Deutschlands. ver.di-Sprecher Andreas Splanemann räumt ein, dass es durchaus "Vorzeige-Betriebe" gebe. In vielen kleineren Call-Centern aber würden häufig Stundenlöhne von 5 bis 6 Euro gezahlt, die sich allerdings durch Leistungsprämien immerhin auf mehr als 8 Euro steigern ließen. Zudem sei die Fluktuation in der Branche hoch - "und Vollbeschäftigung ist ohnehin die Ausnahme", sagt ver.di-Fachsekretär Karlheinz Gerhold. Branchen-Vertreter Buchelt widerspricht: "52 Prozent der Call-Center-Beschäftigten in Deutschland arbeitet auf Vollzeit." dpa / Björn Brodersen
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