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Flatrate bei 1&1 weiterhin nur Volumentarif
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| Kunden erhalten Kündigungsangebot, können aber auch weitersurfen |
12.11.2005 15:08 |
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Bereits im Frühjahr berichteten wir, dass
der DSL-Provider 1&1 seinen DSL-Kunden
teilweise Schreiben zuschickt, in denen den Kunden angeboten wird, umgehend das
Vertragsverhältnis zu beenden und 100 Euro zusätzlich zu bekommen.
Dieses Verfahren behält 1&1 bis heute bei, wie uns die Pressestelle des
Providers aus Montabaur auf Nachfrage mitteilte. Dabei prüfe man regelmäßig das
Trafficverhalten der Nutzer. Liege ein Kunde über mehrere Monate hinweg deutlich
über dem Durchschnitt, bekomme er ein Schreiben mit einem entsprechenden
Angebot.
"Wenn der Kunde das Angebot von uns nicht annehmen möchte, stellt das für ihn
kein Problem dar", hieß es in der Pressestelle. Er könne dann ganz normal weitersurfen
und bekomme auch keine weiteren Schreiben von 1&1 hieß es weiter. Einen
Wechsel sollte sich der Kunde auch überlegen. Denn mit der Akzeptierung darf
er zwar seine Hardware behalten und bekommt 100 Euro, verliert aber auch seine
Domain sowie den DSL-Anschluss, sofern dieser über 1&1 geschaltet war. Des Weiteren
unterschreibt der Kunde, "zukünftig keinen DSL Flat Tarif von Unternehmen der
United Internet Gruppe zu bestellen". Dazu gehört neben 1&1 auch
GMX und
Schlund & Partner sowie seit kurzem
auch web.de. Betroffen seien von
diesem Angebot aber ohnehin nur ganz wenig Kunden, versuchte die Pressestelle
zu versichern.
Kosten-Schere: Mehr Bandbreite bei weniger Einnahmen

Fraglich bleibt, inwiefern ein Provider dazu berechtigt ist, seinen Kunden
vorzuhalten, bei einer Flatrate zu viel Traffic verursacht zu haben.
Sicher ist es so, dass jedes Gigabyte, dass der Kunde verursacht, von seinem
Provider finanziert werden muss. Doch angesichts immer kleiner werdender
Flatrate-Preise und immer größer werdender Bandbreiten wundert es nicht,
dass die Kunden einerseits immer mehr Traffic verursachen und die Gewinnspannen
der Unternehmen andererseits immer kleiner werden.
In einem teltarif.de vorliegenden Fall geht es um einen Kunden,
der im Durchschnitt mehr als 80 Gigabyte Traffic monatlich verursacht haben
soll. Pro Tag sind das etwa 2,6 Gigabyte. Kunden, die dauerhaft
einen Webstream laufen haben oder gar ein eigenes Internetradio betreiben,
verursacht alleine damit bei einem 128 kBit/s-Stream mehr als ein Gigabyte
pro Tag. Auch ein 90-minütiger Film bei einer
Online-Videothek wie
One4Movie.de kommt auf etwa ein Gigabyte
Traffic. Alleine damit hat der Kunde also schon fast das monierte Monatskontingent
erreicht.
Nur vier Prozent der Flatrate in Anspruch genommen?

Nach einer vom betreffenden Kunden aufgestellten Rechnung, die er an den
Flatrate-Anbieter geschickt hat, heißt es, dass es mit einer
6 MBit/s-Leitung theoretisch möglich sei 1944 Gigabyte Volumen zu erzeugen. Dieser Wert ergibt sich aus einem maximal möglichen Downloadvolumen
von 750 KB pro Sekunde. Das sind weit über 60 Gigabyte pro Tag.
Seiner Auffassung nach ist das auch das mit einer Flatrate vertraglich vereinbarte
Volumen. Er habe jedoch mit seinen etwa mehr als 80 Gigabyte
gerade einmal etwas mehr als vier Prozent dieses vertraglich vereinbarten Traffics
verursacht.
In der Tat muss 1&1 sich fragen lassen, wieso man es in gewisser Weise
zum Problem des Kunden macht, "dass es sich [...] nicht rechnet", den Kunden
weiterhin zu betreuen. Auf der anderen Seite ist es auch verständlich, dass
bei den derzeitigen Niedrigpreisen nicht unendlich viele Gigabyte Traffic
verkraftet werden können. Das muss auch den Kunden klar sein,
die täglich mehrere Gigabyte durch die DSL-Leitung schieben.
Dennoch wäre es vielleicht angebrachter, wenn
ein Provider angesichts von Preisen unter zehn Euro nicht mehr von einer
unlimitierten Flatrate spricht und dann die verlustbringenden Kunden los werden will.
Ein Volumentarif von 50 Gigabyte dürfte dem Großteil der Nutzer auch
ausreichen - würde sich aber vermutlich nicht so gut verkaufen lassen wie eine
Flatrate.
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