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Firefox feiert einjährigen Geburtstag07.11.2005
17:00 Download-Zahlen übertreffen Erwartungen
Firefox hat in seinem ersten Jahr das Internet
verändert. Der Browser macht
Microsofts Internet
Explorer zunehmend Konkurrenz, seit er am 9. November 2004 in der
Version 1.0 veröffentlicht wurde.
Das besondere an Firefox ist, dass mit dem Surfprogramm keine kommerziellen Interessen verfolgt werden. Der Programmcode gehört keiner Firma, er ist "Open Source". Jeder, der etwas zur Verbesserung von Firefox beitragen will, kann das tun. Zudem ist die Software kostenlos verfügbar. Kurz vor dem Firefox-Geburtstag hatte die Browser-Gemeinde bereits einen Grund zum Feiern: 100 Millionen Mal wurde das Surfprogramm seit der Veröffentlichung bis Oktober heruntergeladen. "Das ist weit mehr als wir erwartet haben", sagt Tristan Nitot, Sprecher von Mozilla Europe. Das Mozilla-Projekt koordiniert unter anderem die Entwicklung von Firefox. Den Analysten von Onestat.com zufolge hat Firefox derzeit einen Marktanteil von 11,51 Prozent. Microsofts Internet Explorer liege mit einem Marktanteil von 85,45 Prozent an der Spitze. Andere Marktforschungsunternehmen sehen Firefox aber noch bei weniger als 10 Prozent Marktanteil. Dennoch sah die Browserwelt vor rund einem Jahr noch ganz anders aus. Bis zur Veröffentlichung von Firefox surften mehr als 90 Prozent aller Internetnutzer mit dem Internet Explorer. Aber bereits knapp zwei Wochen nach dem Start von Firefox meldete Onestat.com, der Anteil des Schwergewichts am weltweiten Markt sei auf unter 90 Prozent gesunken. Die Wurzeln reichen zurück zum Surfprogramm NetscapeDie Geschichte von Firefox geht zurück bis in die frühen 90er Jahre, als Netscape noch das populärste Surfprogramm war. Firefox basiert ursprünglich auf Programm-Bestandteilen des damaligen Netscape-Browsers. Nachdem sich AOL aus der Entwicklung von Netscape zurückgezogen hatte, gründete sich die Mozilla Foundation, die die Entwicklung von Programmen wie Firefox organisiert und finanziell unterstützt. Trotz des Erfolges seit dem Start im vergangenen Jahr haben die Entwickler des Browsers bereits einige Kritik einstecken müssen. Die Annahme, dass Firefox viel sicherer als der Internet Explorer sei, bewahrheitete sich nicht. Es hat sich gezeigt, dass auch Firefox Sicherheitslücken hatte, die gefixt werden mussten. Der Antivirensoftware-Hersteller Symantec zählte im ersten Halbjahr 2005 25 Sicherheitslücken. "Auch Open-Source-Software ist nicht frei von Sicherheitslücken - keine Software ist davor gefeit", sagt Symantec-Sicherheitsexperte Olaf Lindner. Auch Mozilla-Sprecher Nitot meint, kein Produkt sei fehlerfrei. "Aber unser Programmcode unterliegt einer besonderen Kontrolle. Wir haben eine sehr effiziente Art, Fehler zu korrigieren." Anwender soll zwischen mehreren Browsern wählen könnenDa die Konkurrenz mit ähnlichen Sicherheitsproblemen zu kämpfen hat, punktet Firefox dennoch bei seinen Nutzern - insbesondere durch seine Benutzerfreundlichkeit: Durch die vielen Erweiterungen, die die Firefox-Gemeinde entwickelt und sich jeder zusätzlich installieren kann, lässt sich die Software den eigenen Bedürfnissen anpassen. Das so genannte "Tabbed Browsing" ermöglicht zudem, mehrere Internetseiten in einem Fenster zu öffnen. Aber Firefox hat auch das Internet selbst verändert. "Firefox hilft, dem Internet seine Standards wieder zu geben", meint Nitot. Die fast flächendeckende Verbreitung des Internet Explorer habe dazu geführt, dass sich viele Betreiber von Websites nicht an Standards, sondern an den Bedürfnissen des Internet Explorer orientiert hätten. Manche Seiten wurden nur im Internet Explorer korrekt dargestellt, doch die Zahl dieser Seiten scheint im vergangen Jahr abgenommen zu haben - Firefox-Anwender sind kritische Surfer und scheuen sich oft nicht, den Betreibern mitzuteilen, was sie an der Seite stört. "Unsere Mission ist es, den Anwendern eine Wahlmöglichkeit zwischen verschieden Browsern zu geben", sagt Nitot. Dabei spiele der Marktanteil nicht eine derart große Rolle wie bei einem Unternehmen. "Wir wollen mit Firefox kein Geld machen."
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dpa / Björn Brodersen
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