BNetzA blockiert Breitbandausbau durch Hinhaltetaktik
01.11.2005 10:47
Airdata: Chance für mehr Wettbewerb im Breitbandmarkt vertan
Wie berichtet blockiert die Bundesnetzagentur nach Ansicht des
Internet-Anbieters Airdata den zügigen Ausbau alternativer Infrastruktur für schnelle Breitbandanbindungen. Eine Anhörung zur Neustrukturierung
des 1,9 und 2,6 GHz-Bandes am 27. Oktober 2005 habe gezeigt, dass
ausreichend Frequenzen für künftige UMTS-Erweiterungsbedarfe
vorhanden seien. Dennoch verzögere die Behörde eine Frequenzverlängerung
für die Airdata AG und verhindere damit einen echten Wettbewerb. Das Unternehmen benötige lediglich einen kleinen
Teilbereich des Frequenzbandes für schnelle Internetzugänge per Funk.
"Die Bundesnetzagentur kommt ihrer Aufgabe zur
Wettbewerbsförderung hier nicht nach", erklärt Christian Hoening,
Vorstand der Airdata AG. "Stattdessen betreibt die Behörde mit ihren
Anhörungen eine wettbewerbsbehindernde Hortung und künstliche
Verknappung von Frequenzen."
Airdata will im kommenden Jahr 100 Millionen Euro für den
Infrastrukturausbau von PortableDSL investieren. Die standardisierte Technologie ist eine Funktechnik für den Breitband-Internetzugang und
bietet für Unternehmen wie
Privatpersonen, die von der DSL-Versorgung per Kabel abgeschnitten
sind, eine Alternative. Einzige Voraussetzung für die Freigabe der Investitionsmittel sei die Planungssicherheit auf der Grundlage einer verlängerten Frequenz über das Jahr 2007 hinaus.
Die Bundesnetzagentur verzögert die Entscheidung mit der
Begründung, der Frequenzbereich müsse für zukünftigen Bedarf
beziehungsweise mögliche Anwendungen freigehalten werden. Die
aktuelle Anhörung zur Neustrukturierung des 1,9- und 2,6-GHz-Bandes
zeigt allerdings erneut, dass mittelfristig kein konkreter Bedarf für
den Frequenzbereich besteht, der einer Verlängerung für Airdata
entgegenstehen würde. Airdata beansprucht mit 30 MHz von verfügbaren
190 MHz lediglich einen kleinen Teil des im 2,6-Band vorhandenen
Spektrums. Dem zukünftigen Ausbau der UMTS-Netze oder neuer
Technologien wie WiMAX bietet das Band auch dann noch ausreichend Raum. Hoening: "Das Vorgehen der Behörde ist unverständlich, denn Telekommunikationsgesetz und international verbindliche Vorgaben
sehen eine Frequenzverlängerung explizit vor, und fordern die
effiziente Frequenznutzung."
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