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BITKOM weist den Weg zu mehr Innovationen25.10.2005
10:02 Verband fordert von Bundesregierung Mut zu tief greifenden Reformen
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien
(BITKOM) hat die neue
Bundesregierung aufgefordert, tief greifende Reformen durchzuführen und die
Innovationskräfte Deutschlands zu stärken. Anlässlich der Münchener
Computermesse Systems präsentierte BITKOM-Präsident Willi Berchtold ein
Grundsatzpapier mit Empfehlungen an die Regierenden. Darin fordert er sie
auf, die Innovationspolitik in das Zentrum ihres Regierungsprogramms zu
rücken.
Wesentliches Ziel dieser Innovationspolitik müsse es sein, die technologische Leistungsfähigkeit des Landes zu stärken, so Berchtold heute vor der Presse. Eine wichtige Grundlage dafür seien heute ITK-Technologien. Die ITK-Branche gehöre mit rund 750 000 Beschäftigten, einem erwarteten Umsatz von 134 Milliarden Euro in diesem Jahr und einem Exportvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Andere Länder haben gezeigt, wie es gehtDamit die Branche weiter floriert, gibt Berchtold unter anderem folgende Ziele aus: Der Anteil der ITK-Wirtschaft am deutschen Bruttoinlandsprodukt muss auf mehr als acht Prozent steigen, das Umsatzwachstum über den EU-Schnitt hinausgehen und der Export gestärkt werden. Zudem müsste in den Zukunftsfeldern der Informations- und Kommunikationstechnologie mindestens ein deutsches Unternehmen unter den Top Five auf dem Weltmarkt kommen. Wie das am besten erreicht wird, haben andere Länder wie Finnland, Schweden, Irland, USA oder Thailand vorgezeigt. Finnland stehe beispielsweise bildungspolitische Programme, die den Fachkräftebedarf der High-Tech-Branchen sichern. Irland habe internationale Investoren durch niedrige Steuern auf die Insel gelockt. Und Schweden habe die Forschungsprogramme auf die ITK-Industrie ausgerichtet. Das Ergebnis: In kaum einem anderen Land arbeiten relativ mehr Menschen im ITK-Sektor als in Schweden. Fünf konkrete Vorschläge des BITKOMBerchtold unterbreitet der Bundesregierung für den deutschen Weg fünf konkrete Vorschläge: Förderung der Innovationseliten durch einheitlich hohe Standards und Studiengebühren, die den Hochschulen zugute kommen; Erhöhung und professionelle Kontrolle der Ausgaben für Forschung und Entwicklung; die Einrichtung von Hightech-Wachstumsfonds; die Digitalisierung des öffentlichen Sektors und die Modernisierung der ITK-Infrastruktur bis zum Jahr 2010; und das Einsetzen eines Innovationsbeauftragten im Kanzleramt im Rang eines Staatsministers, der die Umsetzung der Innovationspolitik koordiniert und verantwortet. Dazu hat der BITKOM in seiner Analyse elf Innovationsfelder identifiziert, die in den kommenden Jahren ein hohes Wachstum versprechen und deshalb gezielt gefördert werden sollten: darunter die Chipkarten-Technologie, moderne Telematik-Systeme, Funketiketten, der gesamte Bereich der IT-Sicherheit, die Anwendungsentwicklung für das Handy, die Entwicklung neuer Architekturkonzepte für Anwendungssoftware sowie konvergente Dienste wie etwa das interaktive Fernsehen.
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