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Online-Banking wird immer beliebter - auch bei Betrügern17.10.2005
17:45 Phisher werben ahnungslose Mittelmänner anInhaltsverzeichnis:1. Finanzieller Schaden ist immer noch vergleichsweise gering2. Angeworbene Mittelsmänner sind am Ende die Dummen
Das Online-Banking wird immer beliebter - nicht nur bei Kunden, sondern auch bei Kriminellen. Laut aktuellen Zahlen des Bundesverbandes deutscher Banken
(BdB) wickeln inzwischen nahezu
vier von zehn deutschen Bankkunden zumindest die Standardvorgänge ihrer
Bankgeschäfte online ab. Davon wollen auch Verbrecher profitieren - mit immer
ausgefeilteren Methoden. Seit Sommer vergangenen Jahres beobachtet der Verband
Versuche, Bankkunden durch so genannte Phishing-E-Mails
zur Preisgabe ihrer Geheimzahlen zu bewegen. "Waren es zunächst Phishing-Wellen,
ist mittlerweile kein Abflauen mehr zu beobachten", sagt Verbandssprecherin Kerstin Altendorf.
nächste Seite: Angeworbene Mittelsmänner sind am Ende die Dummen
Im Vergleich zu Kreditkartenbetrug ist der finanzielle Schaden Branchenkreisen zufolge gering. Eine der ersten europäischen Banken, deren Kunden gezielt angeschrieben wurden, war die Postbank. Sie hat inzwischen auf ein System umgestellt, bei dem der Kunde die für einen Online-Banking-Auftrag erforderliche Transaktionsnummer (TAN) nicht mehr selbst auswählen kann. "Systeme, bei denen die Nutzer die TAN-Nummer selbst aussuchen können, halten den heutigen Gegebenheiten nicht mehr stand", betont Martha Bennett, Research Director bei Forrester Research. Übernahme der Online-Banking-SitzungInzwischen sei aus dem Baltikum ein erster Fall gemeldet worden, bei dem ein Hacker die Online-Banking-Sitzung eines Bankkunden übernehmen und selbst Überweisungen tätigen konnte. Im Fachjargon heißt so etwas "man in the middle attack". "Gegen solche Attacken gibt es derzeit keinen wirkungsvollen Schutz", sagte Bennett auf einer Fachkonferenz in London.
Neben bösartiger Software, die Tastatureingaben aufzeichnet und auf diese
Weise Geheimnummern ausspioniert (Keystroke Logging),
gibt es jetzt auch Programme, mit denen sich die Bewegungen des Mauszeigers auf
dem Bildschirm verfolgen lassen (Screen Scraping). Damit haben die Kriminellen
auf die so genannten "virtuellen Tastaturen" reagiert, mit denen einige Institute
ihren Nutzern ermöglichen, Geheimzahlen ohne Tastatur einzugeben. In England,
Irland, aber auch teilweise in Frankreich, Italien und Spanien lassen sich Konten
schon mit dem Benutzernamen und der PIN-Nummer ausräumen. In Deutschland ist
zusätzlich eine TAN-Nummer für jede Transaktion erforderlich.
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