Staatsanteile

Schweizer Regierung prüft Verkauf der Swisscom

Schweizer Telekomindustrie steht vor einer Neuordnung
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Die Schweizer Telekomindustrie steht vor einer weiteren Neuordnung. Nach dem Verkauf des Kabelnetzbetreibers Cablecom an die US-Gesellschaft Liberty könnte die Swisscom der nächste Kandidat aus der Branche sein, der in ausländische Hände übergeht. Die Schweizer Regierung hat den zuständigen Minister, Bundesrat Moritz Leuenberger, aufgefordert, bis Jahresende ein "Aussprachepapier" vorzulegen, in dem das Für und Wider eines Verkaufs abgewogen wird. Während Leuenberger zögert, verlangt Finanzminister Hans-Rudolf Merz eine "klare Strategie", wie eine Sprecherin dem Handelsblatt sagte. Der Staatsanteil der Swisscom habe einen Wert von umgerechnet 11,3 Milliarden Euro.

Die Swisscom wäre aus Sicht von Analysten für alle großen europäischen Telekomkonzerne interessant - auch für die Deutsche Telekom, die im Ausland wieder stärker expandiert und in der Schweiz noch nicht vertreten ist, schreibt das Handelsblatt. Die Swisscom erlebe den hohen Staatsanteil immer wieder als Nachteil: So sei sie im vergangenen Jahr mit dem Kauf der Telekom Austria nicht zum Zug gekommen, weil die Österreicher kein Staatsunternehmen als Käufer akzeptierten. "Die Staatsbeteiligung ist für die Swisscom Fluch und Segen. Ein Fluch, wenn es um Akquisitionen geht. Ein Segen, wenn man sich gegen Übernahmen wappnen will", sagte Uwe Neumann, Analyst bei Credit Suisse, der Zeitung.