Verkauf

FTD: Vodafone treibt Arcor-Verkauf voran

Finanzunterlagen bieten potentiellen Käufern erste Einblicke
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Vodafone bereitet den Verkauf seiner deutschen Festnetztochter Arcor vor. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Im Juni vergangenen Jahres dementierte der britische Mobilfunkkonzern noch bekannt gewordene Verkaufsabsichten. Dann wurde ein Verkauf der Festnetztochter für Ende 2004 erwartet. Nachdem Vodafone noch im Juli jegliche Verkaufspläne bezüglich Arcor bestritt, würde das Vorhaben nun weiter voran getrieben, so die FTD unter Berufung auf Finanzkreise. Die Investitionsbank USB habe die für einen Verkauf notwendigen Informationsmemoranden fertiggestellt. Diese dienen potentiellen Käufern für einen ersten Einblick in die Geschäfte von Arcor.

Interessenten gibt es nach Informationen der Zeitung sowohl unter Finanzinvestoren, als auch bei Telekommunikationsunternehmen. Vor allem der spanische Telefonkonzern Telefónica wird als Favorit einer Übernahme gehandelt. Derzeit betreut Telefónica nur Businesskunden in Deutschland. France Telecom, die niederländische E-Plus-Mutter KPN und die belgische Belgacom werden als weitere mögliche Übernahmekandidaten genannt. Aber auch Finanzinvestoren wie Apax, Permira und Carlyle seien an einer Übernahme interessiert. Apax steht derzeit in Übernahmeverhandlungen um Versatel Deutschland. Permira hat im vergangenen Jahr die Beteiligungen von Swisscom an der debitel AG übernommen.

Großes Interesse an Arcor hatte auch der Internetanbieter freenet.de bekundet. Durch die Fusion mit den Mutterkonzern mobilcom verfüge der Konzern die finanziellen Mittel. Erwartet würde von Vodafone ein Kaufpreis zwischen einer und zwei Milliarden Euro. Das entspräche dem Zehnfachen des Gewinns vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda). Bislang seien die Verkaufspläne von Vodafone an den hohen Preisvorstellungen gescheitert.

Die letzten Bilanzen von Arcor verzeichneten ein Umsatzplus und Kundenzuwächse. Im zweiten Quartal dieses Jahres hat der Alternativanbieter Arcor die Telekom-Tochter T-Online im DSL-Neukundengeschäft auf Platz drei nach United Internet (1&1, GMX) verwiesen.