Über 100 DAB-Sender

Die DAB-Sendeabdeckung in Deutschland beträgt bereits 80 Prozent
allerdings sind die Signale oft noch so schwach, dass sie nicht bis
in die Häuser kommen und Außenantennen notwendig sind. 2006 soll aber
die Sendeleistung verzehnfacht werden, um den so genannten
Inhouse-Empfang zu gewährleisten, sagt Michael Bobrowski vom
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin. Er sieht eine
"zwangsläufige Entwicklung" hin zum digitalen Radio. "Es ist nicht
einzusehen, warum der Rundfunk von der Digitalisierung ausgenommen
sein sollte."
DAB sollte aber nicht am schnellen Erfolg des digitalen
terrestrischen Fernsehen Digital Video Broadcasting
(DVB-T) gemessen
werden: "Nur acht Prozent der Deutschen empfangen TV über Antenne, beim
Radio sind es quasi 100 Prozent, hinzu kommen noch alle Autoradios",
sagt Bobrowski. Und während beim digitalen Antennenfernsehen
überwiegend bundesweite Vollprogramme ausgestrahlt werden, muss die
regional und lokal verästelte Radiolandschaft bei DAB wieder neu
abgebildet werden.
Noch nehmen die Verbraucher DAB kaum wahr, sagt Bobrowski. Vor
allem Programme, die es im UKW-Bereich nicht gibt, und bundesweit
verfügbare Datendienste könnten DAB attraktiver machen. Verbrauchern,
die nicht zu den Nutzern der ersten Stunde gehören wollen, rät der
Experte jetzt noch nicht zum Kauf eines DAB-Gerätes. "Trendsetter
sollten sich für ein Kombigerät entscheiden."
Viele neue DAB-Endgeräte kommen zur IFA

Davon werden auf der IFA vom Hifi-Baustein (ab 400 Euro), über das
Küchenradio (ab 150 Euro) und den MP3-Player mit DAB (ab 200 Euro)
bis hin zum PC-Empfänger (ab 120 Euro) viele Geräte zu sehen sein.
"In der Tendenz fallen die Preise", sagt Nikola Marquardt, Sprecherin
vom Projektbüro Digitaler Rundfunk in Halle (Saale). Auf der IFA will
die Initiative Marketing Digital Radio
(IMDR), ein Zusammenschluss
von Netzbetreibern, Industrie und Programmanbietern, rund
100 DAB-Geräte zeigen (Halle 5.2, Stand 202).
Darunter wird auch ein Handy sein, das per DMB Bewegtbilder
empfangen kann. DMB steht für Digital Multimedia Broadcasting und ist
eine Erweiterung des DAB-Standards für die Übertragung von
Videodaten auf kleine Displays. "Der Datenkanal von DAB kann auch 5.1
Sourround-Klang transportieren", erklärt Nikola Marquardt. Das
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen hat eine
entsprechende Technologie entwickelt, die bereits im Sendebetrieb
eingesetzt wurde.
Über 100 DAB-Programme

Insgesamt gibt es laut Marquardt zwischen 100 und 120 DAB-Programme.
Diese sind ganz unterschiedlich auf die einzelnen
Bundesländer verteilt. Während beispielsweise in Bayern acht landesweite
und 20 lokale Sender digital zu hören sind, haben sich in Hessen
bisher nur vier landesweite und drei lokale Sender auf DAB aufschalten
lassen. Eine Übersicht über das DAB-Programm findet sich im Internet
unter www.digitalradio.de.
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