Wachstumspillen

Gerüchteküche: Kauft mobilcom demnächst Arcor?

Laut Medienberichten ist der Mobilfunker auf Shopping-Tour
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Laut Medienberichten ist der mobilcom-Großaktionär Texas Pacific Group (TPG) der Ansicht, dass der Mobilfunk-Provider nach der Fusion mit seiner Internettochter freenet kräftig weiter wachsen soll. Als mögliches Übernahmeziel von TPG wird die Vodafone-Festnetz-Tochter Arcor gehandelt.

Es heißt, dass TPG das Management beauftragen werde, selbst Übernahmeziele zu suchen und sie dem Aufsichtsrat vorzuschlagen. Weil Arcor nicht zu den Kernaktivitäten von Vodafone gehöre und das Unternehmen über ein interessantes DSL-Geschäft verfüge, sei dieser Anbieter durchaus geeignet. TPG werde den bisherigen freenet-Chef Eckhard Spoerr als Vorstandschef der neuen Gesellschaft in der Strategie unterstützen, das Wachstum im DSL-Geschäft voranzutreiben.

Der US-Investor TPG hatte Anfang Mai 27,3 Prozent an mobilcom von France Télécom übernommen. Die Aktionäre von mobilcom und freenet wollen in der nächsten Woche in getrennten Hauptversammlungen über die Verschmelzung der beiden Unternehmen abstimmen. TPG wolle auf der mobilcom-Hauptversammlung für die Verschmelzung werben. Teile der mobilcom-Belegschaft befürchten, dass sich der Hauptaktionär in erster Line an ihrem Unternehmen beteiligt hat, um eine Sonderdividende zu kassieren. Der Mannheimer Rechtswissenschaftler Christof Hettich wurde bereits mit einer Anfechtungsklage für den Fall beauftragt, dass die Verschmelzung wie geplant beschlossen wird. Die Bilanzierung der Vermögenswerte von mobilcom soll von Buch- auf Zeitwerte umgestellt werden, wodurch angeblich stille Reserven zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro gehoben werden.

Allerdings heißt es bei TPG, dass man derzeit keine Sonderdividende bei mobilcom durchsetzen wolle. Für die Zukunft könnte dies allerdings zu einem Thema werden, wenn das fusionierte Unternehmen bei Zukäufen nicht zum Zuge komme. Spekulationen über eine bevorstehende Sonderausschüttung hatten den Kurs der mobilcom-Aktie am 8. August auf ein Jahreshoch von 21,48 Euro getrieben.