übertrumpft

debitel-light ist besser als simyo (aktualisiert)

E-Plus-Discounter könnte aber aufholen
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Knapp drei Monate nach dem Start des E-Plus-Discounters simyo gibt es für den Prepaid-Tarif einen ersten Nachahmer. Andere Provider kündigten zwar ebenfalls an, Tarife mit Gesprächspreisen von 19 Cent pro Minute rund um die Uhr in alle Netze und einem SMS-Preis von 14 Cent anzubieten, doch das Stuttgarter Unternehmen debitel handelte jetzt. Der Fairness halber soll an dieser Stelle auch der SIMply-Tarif von Victorvox erwähnt werden, der schon seit April auf dem Markt ist. SIMply ist zwar kein Prepaid-Angebot, sondern eine Laufzeitvertrag, allerdings einer ohne Grundgebühr, der monatlich gekündigt werden kann. Mit SIMply kann man für 18 Cent pro Minute in alle deutschen Netze telefonieren.

Ab dem 22. August ist debitel-light, wie die Prepaid-Karte heißt, erhältlich. Dabei setzt debitel auf einen deutlich größeren potenziellen Kundenkreis als simyo. Während "das Original" nämlich nur über Internet verkauft wird, kann man debitel-light schon zum Vermarktungsstart auch im MediaMarkt und bei Saturn bekommen. Ab Oktober kann prinzipiell jeder debitel-Händler die neue Karte verkaufen.

debitel: Im MediaMarkt gibt's zunächst leere Starterpakete

Dennoch ist der zusätzliche Vertriebsweg nicht unbedingt ein Garant dafür, dass man auch schneller zu seiner SIM-Karte kommt wie bei simyo. In den Märkten liegen nämlich nur Starterboxen mit Telefonnummer aus, so dass man auf diesem Weg ähnlich wie bei simyo aus einem Pool seine Wunschrufnummer aussuchen kann. Diese Boxen werden ohne Registrierung, aber auch ohne SIM-Karte verkauft. Diese erhält man erst nach der Anmeldung mit seinen persönlichen Daten.

simyo wurde direkt nach dem Start regelrecht überrannt, so dass die Auslieferung der bestellten Karten zum Teil eine Woche und länger auf sich warten ließ. Bleibt abzuwarten, ob die debitel-light-Kunden schneller zu ihrer Karte kommen.

Neben dem Verkauf auch über Märkte, Shops und Fachhändler ist auch die Administration und Aufladung nicht wie bei simyo an das Internet gebunden. Vielmehr kann das Guthaben auch über eine 0900er-Servicenummer oder im Lastschriftverfahren aufgestockt werden. Automatische Aufladungen - z.B. monatlich oder bei Unterschreiten eines bestimmten Guthaben-Standes - sind wie bei simyo möglich. Manuelle Aufladungen können nicht nur über das Internet, sondern auch über einen telefonischen Sprachcomputer vorgenommen werden. Damit ist debitel-light auch für Handyfans interessant, die über keinen Internet-Zugang verfügen. Auch simyo plant weitere Möglichkeiten zur Aufladung des Guthabens. Nähere Einzelheiten sind aber noch nicht bekannt.

Bei debitel-light gibt es auch günstige Handys

debitel kündigte auf seiner heutigen Pressekonferenz zum Start des neuen Produkts ferner an, auch günstige Handys zur Karte anzubieten. Zunächst soll es fünf Modelle von Nokia, Siemens und Samsung geben, die sich preislich zwischen 50 und 100 Euro bewegen. Damit ist das günstigste Gerät zwar 10 Euro teurer als z.B. bei Tchibo. Dafür telefoniert man aber zu 54 Prozent des Tchibo-Minutenpreises. Die Mailbox ist bei beiden Angeboten kostenlos, während die SMS bei Tchibo mit 19 Cent ebenfalls deutlich teurer ist als bei debitel und simyo.

simyo hat vor einigen Tagen eine Kundenbefragung gestartet, in der unter anderem die Kundenzufriedenheit mit dem Produkt abgefragt wurde. In weiteren Fragen ging es unter anderem um Wünsche der Nutzer zu zusätzlichen Auflademöglichkeiten, zusätzlichen Möglichkeiten zum Erwerb der Karte, Einzelverbindungsnachweisen etc. debitel bietet einen Einzelverbindungsnachweis schon zum Start der light-Karte an, allerdings auch nur online. simyo plant, dieses Feature ebenfalls noch im August einzuführen.

Bleibt abzuwarten, wie die Umfrage-Ergebnisse bei simyo aussehen und wie der Discounter möglicherweise darauf reagiert. In einem Punkt ist debitel klar im Vorteil: Auf der heutigen Pressekonferenz wurde bereits angesprochen, dass es denkbar ist, dass es debitel-light künftig auch in anderen Netzen gibt. simyo gehört zu 90 Prozent zu E-Plus. Da ist es eher unwahrscheinlich, dass es diese Marke künftig auch in den D-Netzen oder bei o2 gibt.

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