Tendenz steigend

Über 100 Millionen MMS in deutsche Mobilfunknetze verschickt

Immer mehr Urlaubsgrüße kommen per Handy
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Eine Postkarte aus Sansibar oder von den Osterinseln ist immer noch etwas Besonderes - noch "besonderer" ist es, wenn es sich um eine selbstgemachte Multimedia-Nachricht handelt: Insgesamt 116 Millionen MMS haben die Deutschen im letzten Jahr erhalten. Mit der wachsenden Verbreitung von multimediafähigen Handys prognostiziert der VATM zusammen mit Dialog Consult auch für dieses Jahr eine weiterhin steigende Tendenz.

"Besonderer Beliebtheit erfreuen sich dabei Urlaubsgrüße per elektronischer Postkarte", beschreibt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, die beliebteste Anwendung der MMS. "Mit der im Handy integrierten Kamera ein Foto von Sonne, Meer und Strandvergnügen knipsen und sofort an die Kollegen oder Freunde im Büro zu verschicken macht deutlich, wo die Zukunft für individuell zu gestaltende MMS-Dienste gerade in der Freizeitkommunikation liegt."

Über die zukünftige Massentauglichkeit der multimedialen Bildnachrichten entscheidet aber nicht nur der individuelle Nutzen der Dienste. Damit die knapp 72 Millionen deutschen Handybesitzer, bei denen schon heute 83 Prozent aller verkauften Handys MMS-tauglich sind und über 70 Prozent eine Kamera enthalten, genauso fleißig MMS wie Kurznachrichten versenden - rund 75 Prozent der Nutzer sind aktive "SMSer/innen" - spielt nicht zuletzt die Handlichkeit bei der Bedienung der Endgeräte und die Benutzerführung im Menü eine große Rolle.

MMS-Versand noch immer zu kompliziert

"MMS sind immer noch komplizierter zu verschicken und zu empfangen als schlichte Kurznachrichten", bemängelt Jürgen Grützner das bei vielen Handy-Typen und unterschiedlichen Netzen angewandte Verfahren. Oftmals müssen diese Dienste im Netz und für das entsprechende Handy separat freigeschaltet werden. Und manche Bildnachrichten können beim Empfänger aus technischen Gründen erst gar nicht geöffnet werden. Wenn der Absender in diesem Fall sogar weiß, dass der Empfänger kein MMS-fähiges Handy besitzt, kann die Nachricht immerhin an eine E-Mail-Adresse gesandt werden oder man erhält einen Hinweis per SMS, sich das Bild im Internet anzuschauen.

"Hier müssen Industrie und Hersteller nachbessern und sich endlich auf einheitliche Standards wie bei SMS einigen", fordert Jürgen Grützner für eine deutlich bessere Akzeptanz des MMS-Services. In den nächsten Jahren werden die SMS trotzdem weiterhin den Löwenanteil beim Umsatz am Datenverkehr ausmachen. Im Gegensatz zum SMS-Aufkommen von insgesamt 23 Milliarden SMS für 2004 hinken MMS-Botschaften ihren rein textbasierten Pendants aber immer noch weit hinterher.

"MMS-Preise müssen an die Nutzung angepasst werden"

Die weiteren Aussichten für MMS-Anwendungen, die derzeit noch bei knapp einem Prozent der Diensteumsätze im Mobilfunk liegen, sind nach Auffassung des VATM angesichts des weitgehend gesättigten SMS-Aufkommens dennoch positiv: "Zum verbreiteten Volkssport wird die Bildnachricht gerade auch aus dem Urlaub dann, wenn die Preise weiter an die Nutzung angepasst werden und trotz teilweiser Zuzahlung aus dem Ausland etwa dem Wert einer Postmarke entsprechen. Gleichzeitig wird die Integration bestimmter MMS- Kontingente in neue Flatrate-Modelle im Mobilfunk - wie seit kurzem auch bei SMS zu beobachten - die Nachfrage im Entertainmentbereich weiter ankurbeln", ist Grützner überzeugt.

Eine sinnvolle Alternative stellen die multimedialen Bildnachrichten aus dem Urlaub im Vergleich zu den recht teuren Auslandstelefonaten aber allemal dar. Sie bieten nicht zuletzt für die Anbieter Möglichkeiten, neue Kundengruppen zu erschließen: Denn auch Oma freut sich immer über eine bunte Momentaufnahme der Enkelchen am Strand. Richtig billig ist das Vergnügen allerdings nicht: Eine Übersicht über die MMS-Preise aus dem Ausland finden Sie in einer Übersichtsmeldung. Neue Zahlen und Entwicklungen auch zum Mobilfunkmarkt stellt der VATM in Kooperation mit Dialog Consult in seiner Marktanalyse auf der CON4 [Link auf http://www.con4-cologne.com/ entfernt, da Seite nicht mehr erreichbar]-Messe am 26. September in Köln vor.