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Musik aufnehmen: DSL-Flat statt Kassettenrekorder24.06.2005
09:56 Mit dem DSL-Boom boomen auch Web-RadiosDas musikalische Sozialisationsgerät der 80er bestand meist aus einem Radio mit eingebautem Kassettenrekorder. Wessen Taschengeld nicht für die aktuellen Singles reichte, der kaufte Leerkassetten und nahm die Stücke selbst auf. Angesichts komfortabler Downloadplattformen und MP3-Playern heute erscheinen die verrauschen und leiernden Kassetten von damals als Steinzeittechnik. Und doch: Die gute alte Radio-Aufnahme erhält mit dem Netz eine neue Chance. Das Internet hebt die Grenzen der Radio-Übertragung über Antenne oder das Kabelnetz auf. Weltweit beherbergt es tausende Sender. Dabei ist die Entfernung zur Station in Rio nicht größer als zum Programm aus Fallingbostel: Es kostet jeweils nur einen Klick und schon ist man dort. Mit dem Boom von Breitband-Internetanschlüssen bieten viele Webradios inzwischen zudem eine erstaunliche Soundqualität. Vorbei sind die Zeiten Ressourcen sparender Bitraten, die das Musikhören über das Netz eher zur Qual als zum Genuss machten. Übertragungsqualitäten von 128 Bit pro Sekunde sind keine Seltenheit mehr. Die Musik aus der Datenleitung kann sich in der Soundqualität also mit dem Angebot von iTunes und an deren Anbietern messen lassen. Hinzu kommt, dass mit den günstigen Flatrates, die in den vergangenen Wochen viele Provider auf den Markt gebracht haben, auch Online-Zeit und übertragenes Datenvolumen kein Problem mehr sind. Können die Kosten mit einem analogen Webzugang oder einem geringen monatlichen Freivolumen schnell aus dem Ruder laufen, hören Anwender mit einem Pauschalpreis sorglos Musik und Wortbeiträge der Lieblingsstation über das Internet. Kostenlose Software für die AufnahmeNun wäre - abgesehen von der Senderauswahl, die zunächst eher erschlägt als erheitert - wenig gewonnen, müsste man sich statt vor das alte Radio nun vor den PC setzen, um die Aufnahme zu starten und zu stoppen. Doch dazu gibt es Software, Medien-Player mit eingebautem Rekorder und Timer- oder Datenbankfunktion. Teilweise sind diese Programme sogar kostenlos, weil sie sich über Werbung refinanzieren. Eine dieser kostenlosen Lösungen ist der Phonostar Player. Das Programm liefert Internetnutzern den Zugang zu über 2 600 Radiostationen im Netz. Der eigentliche Clou ist jedoch das zugehörige Online-Magazin. Die Phonostar-Autoren suchen aus den Programmen der Stationen besonders hörenswerte Sendungen heraus und beschreiben diese kurz. Mit einem Klick kann der Anwender die Sendung seiner Wahl in den Timer übernehmen. Anschließend wird sie - sofern der PC eingeschaltet ist - automatisch aufgenommen. Ebenso kostenlos ist der Streamripper. Bei der Software handelt es sich um kein eigenständiges Programm, sondern um ein Zusatzmodul (Plug-In) für den Medienplayer Winamp. Der Player bietet über die Radiodatenbank www.shoutcast.com Zugang zu tausenden Radiostationen, Streamripper übernimmt die Aufnahme. Sofern das Radio die Informationen bereitstellt, erkennt die Software Anfang und Ende sowie Titel und Interpret automatisch. Auc kommerzielle Anbieter wittern MorgenluftAuch kommerzielle Software-Anbieter haben die Webradio-Aufnahme als Markt erkannt. Ihre Programme bieten zum Teil sehr nützliche Zusatzfunktionen, können zum Beispiel mehrere Streams auf einmal aufnehmen. Das webradio deLuxe von Magix bietet darüber hinaus einen Aufnahmepuffer, der es erlaubt, ein Stück selbst dann vollständig auf die eigene Platte zu bannen, wenn der Anwender den Aufnahmeknopf erst mitten im Lied drückt. Dass die Software Anfang und Ende der Stücke automatisch ortet, Moderationen herausschneidet und die Aufnahme als einzelne Dateien mit Titel und Interpreten versehen ablegen kann, sollte bei den kommerziellen Programmen zum Standard gehören. Und weiterhin gilt: Das Aufnehmen von Musikstücken für den privaten Gebrauch ist legal. Weitere Informationen zum Urheberrecht finden Sie auf unserer Info-Seite. ddp / Marie-Anne Winter
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