Die deutschen Mobilfunkpreise werden nach Ansicht
des Marktforschungsinstituts
Gartner weiter fallen. "Wir erwarten,
dass es in den kommenden drei Jahren einen erheblichen Preisverfall
für Sprache im Mobilfunk geben wird, mindestens 20 Prozent im Jahr",
sagte Gartner-Analyst Martin Gutberlet in München.
Mit dem Markteintritt neuer Billiganbieter werde die nächste
Preisrunde eingeläutet. Als erstes Unternehmen brachte
E-Plus Ende
Mai mit simyo eine eigene Billigmarke auf den Markt.
Mit einem
Minutenpreis von 19 Cent unterbietet
simyo die Preise der etablierten
Anbieter deutlich. Gartner erwartet, dass weitere Billigangebote
folgen werden.
Der Preisverfall hinterließ bereits seine Spuren in den Umsätzen
der Mobilfunkkonzerne. So sank der durchschnittliche Umsatz je Kunde
(ARPU) in den Jahren 2000 bis 2004 um ein Viertel auf 298,80 Euro.
Mit zusätzlichen Diensten wie MMS
wollen die Anbieter die Umsatzrückgänge ausgleichen.
Gutberlet äußerte Zweifel an dem Plan der Netzanbieter, die Kunden
für neue Dienste zu begeistern. Der deutsche Markt sei noch nicht
reif für die Substitution des Datenverkehrs und wird sich nur langsam
entwickeln, sagte er. Gründe dafür seien vor allem die mangelnde
UMTS-Flächendeckung und zu hohe Tarife.