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BT Germany: VoIP kommt auch im Mobilfunk

Die Internet-Technologie hilft Kosten sparen
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Die Internet-Telefonie (VoIP) erobert derzeit das Festnetz. Doch auch vor den Mobilfunknetzen macht die IP-Technologie nicht Halt. Der Deutschland-Chef des Telekom-Konkurrenten BT Germany, Jan Geldmacher, rechnet mit einem Durchbruch der Internet-Telefonie auch im Mobilfunk. Gegenüber der Berliner Zeitung sagte er, dass der Markt auf einen "Kampf zwischen Mobilfunk und Festnetz" zusteuere. Am Ende werde sich auch im Mobilbereich die Internet-Technologie auch für die Sprachtelefonie durchsetzen. Geldmacher: "Wenn man sich darauf rechtzeitig einstellt, kann eine Firma daraus Nutzen ziehen. Und BT hat sich frühzeitig entschlossen, massiv in Internet-Technologie zu investieren."

Der BT-Manager sieht auch in der Unabhängigkeit seines Unternehmens von einem Mobilfunkanbieter einen wichtigen Wettbewerbsvorteil. Anders als die meisten Mitbewerber sei BT nicht darauf angewiesen, aus Handy-Verträgen den maximalen Umsatz herauszuholen. Deshalb könne man den zumeist international tätigen Firmen-Großkunden von maßgeschneiderte Angebote machen. In Deutschland kooperiert BT seit Mai auch mit dem Mobilfunknetzbetreiber o2. Das neue Angebot werde gut angenommen. Einer der Kunden lasse beispielsweise seine 850 Mitarbeiter-Handys durch BT verwalten. Ein solches Angebot eröffne interessante Sparmöglichkeiten für den Kunden. Weil BT Handy-Gespräche im Ausland über eigene Festnetzleitungen vermitteln könne, lassen sich teure Roamingtarife der Handynetzbetreiber bei Gesprächen im Ausland zumindest teilweise umgehen. Auch könnten die Firmen-Kunden leicht feststellen, welche Mitarbeiter auffällig hohe Telekommunikationskosten verursachten. BT könne dann beispielsweise durch das Schalten einer ausländischen Mobilfunk-Karte erheblich günstigere Lösungen für den Kunden finden, erklärte Geldmacher.

Kommt BT Fusion auch nach Deutschland?

Die integrierten Angebote aus Festnetz, Mobilfunk und Datenverarbeitungs-Dienstleistungen kämen bei den Kunden gut an. "Wir sind in unserem Zielmarkt der global agierenden Unternehmen größter Wettbewerber der Telekom in Deutschland", sagte Geldmacher. Der Umsatz in Deutschland sei im vergangenen Geschäftsjahr um fast 16 Prozent auf 701 Millionen Euro angestiegen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet BT ebenfalls mit einem überdurchschnittlichen Wachstum.

Allerdings schloss der BT-Manager aus, dass sein Unternehmen in Deutschland stärker im Privatkunden-Geschäft engagieren werde, wie das im Heimatmarkt Großbritannien der Fall ist. Bei einem Erfolg des neuen kombinierten Festnetz-Mobilfunk-Angebots BT Fusion, das BT gestern vorgestellt hat, werde BT auch in Deutschland ein solches Angebot für die Geschäftskunden ins Programm nehmen.

Die BT Group ist aus dem einstigen Telefon-Monopolisten British Telecommunications entstanden, der 2001 in eine Festnetzfirma (BT Group) und einen Mobilfunkkonzern (o2) aufgespalten wurde. In Deutschland beschäftigt BT rund 1 400 der weltweit 102 200 Mitarbeiter. Der Konzern ist in 130 Ländern aktiv und erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 18,6 Milliarden britischen Pfund (27 Milliarden Euro).