Standard

DSL: Es wird immer schneller

Dreistellige Datenrate durch neuen Standard der ITU
AAA

Die International Telecommunication Union (ITU) hat die Entwicklung eines schnelleren DSL-Standards abgeschlossen, mit dem künftig Datenübertragungsraten von bis zu 100 MBit/s in beide Richtungen möglich sein werden. Der G.993.2- oder auch einfach VDSL2 (für "Very-High-Bit-Rate Digital Subscriber Line 2") genannte Standard soll als Grundlage für Triple-Play-Angebote DSL-Anbieter konkurrenzfähiger gegenüber Kabelnetz-Betreibern oder Satellit-TV-Anbietern machen. Durch die symmetrischen Datentransferraten von bis zu 100 MBit/s können Telekommunikationsanbieter zukünftig Dienste wie hochauflösendes TV (HDTV), Video on Demand, Videokonferenzen, schnellen Internetzugang und Sprachdienste wie Internet-Telefonie via Voice-over-IP-Protokoll (VoIP) über herkömmliche Kupferkabel anbieten.

Das VDSL2-Frequenzspektrum reicht bis zu 30 MHz, der neue Standard soll dadurch seine Spitzengeschwindigkeit über Kupferkabellängen von bis zu 350 Metern beibehalten können - mehr als die doppelte Distanz im Vergleich zu bisherigen VDSL-Lösungen. VDSL2 basiert auf der so genannten Discrete Multi-Tone-Modulation-Technologie (DTM). "Wir haben die Stärken von ADSL, ADSL2+ und VDSL kombiniert, um die sehr hohe Leistung zu erreichen", erklärt Yoichi Maeda, Vorsitzender der ITU-Standardisierungs-Arbeitsgruppe. Zu den Stärken des ADSL2+-Standards zählt die relativ große Reichweite, zu den Stärken von VDSL die hohe Datenrate von 70 MBit/s im Downstream und 30 MBit/s im Upstream auf kurzen Distanzen. Außerdem wurden die Übertragungsleistung erhöht und Techniken zur Echounterdrückung eingesetzt. Nach Angaben der ITU könnte VDSL2 idealerweise in Gebieten mit Glasfaser-Infrastruktur eingesetzt werden. Mit einer herkömmlichen Telefonleitung könnte dann per VDSL2 die letzte Strecke zwischen Glasfaserleitung und Endnutzer überbrückt werden.

Der Chiphersteller Infineon hat inzwischen einen neuen Chipsatz vorgestellt, der neben ADSL2+ auch VDSL2 unterstützt. Netzbetreiber können mit dem "Vinax" genannten Chipsatz ihre DSL-Netzwerke Schritt für Schritt auf den Highspeed-Standard aufrüsten. Da der Chip abwärtskompatibel zu ADSL2+ ist, können die Endkunden auch mit ADSL2+ unterstützenden Modems in den Genuss der höheren Geschwindigkeit kommen. Im dritten Quartal dieses Jahres will das Unternehmen den "Vinax"-Chip in Serie produzieren.