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Notruf per VoIP vor dem Start

USA: Kindstod nach gescheitertem VoIP-Notruf
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Das Telefonieren über das Internet soll schon bald den herkömmlichen Weg über das Festnetz ablösen. Eine Hemmnis für das Voice over IP (VoIP) genannte Verfahren ist nach Ansicht von etlichen Brancheninsidern die erzwungene Bündelung von Telefon- und Internetanschluss. Die VoIP-Anbieter fordern deshalb den Gesetzgeber schon seit Längerem auf, endlich die Deutsche Telekom zu verpflichten, schnelle Internetzugänge auch ohne den herkömmlichen Telefonanschluss anzubieten. Dadurch könnten sich die Kunden eine reine DSL-Leitung anschaffen und darüber sowohl surfen als auch telefonieren. Bislang ist dies nur bei einigen wenigen unabhängigen DSL-Anbietern wie Broadnet oder QSC möglich.

Noch kann hierzulande der Internet-Telefon-Anschluss den herkömmlichen Festnetzanschluss allerdings nicht komplett ersetzen. Zwar erweitern die Anbieter ständig die Funktionen und Leistungsmerkmale ihrer VoIP-Anschlüsse, doch beispielsweise ist es immer noch nicht möglich, über das Internet-Telefon einen Notruf abzusetzen. Allerdings wird in absehbarer Zukunft auch über das Internet die 110 oder die 112 angewählt werden können. Seit Mitte vergangenen Jahres testet der VoIP-Anbieter sipgate die Notruffunktion für sein Angebot im Raum Düsseldorf. Die Verfügbarkeit der Notruffunktion für alle der rund 100 000 sipgate-Kunden ist nach Aussage von Pressesprecher Wilhelm Fuchs nur noch "eine Frage von Wochen".

Automatische Verfügbarkeit des neuen Dienstes

Dann können die VoIP-Nutzer mit einem sipgate-Benutzerkonto aus ihrer Wohnung heraus einen Notruf über das Internet absetzen und auch damit rechnen, dass Hilfe kommen wird. Dazu müssen die Notrufstellen in den und 1 000 Ortsnetzen, in denen sipgate lokale Rufnummern vergibt, anhand der ausgesandten Anruferkennung die Anschlussdaten erkennen können. Bislang war dies den Notrufstellen nicht möglich. Alles was der sipgate-Kunde tun muss, ist, bei der Kontoeinrichtung seine Wohnadresse zu hinterlegen, die dann fest mit der jeweiligen Rufnummer des Kunden verbunden und von der Notrufstelle identifizierbar wird. Die Notruffunktion wird den Kunden dann nach dem Start des Dienstes automatisch zur Verfügung gestellt. In der vor dem Abschluss stehenden Testphase müssen die Kunden die Funktion noch selbstständig aktivieren, indem sie die Vorwahl ihrer Notrufzentrale eingeben.

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