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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 26.05.2012 |
Editorial: Stromverbrauch runter!15.05.2005
16:16 Betrieb von Tk-Geräten kostet hunderte Millionen Euro
Die Meldung des Verbands der
Elektrizitätswirtschaft
VDEW
überrascht: Inzwischen nutzen die privaten Haushalte mehr Strom
für den Betrieb von Computer und Telekommunikationsgeräten, als
für die Beleuchtung. Zwar bleiben Heizung und Auto die größten
Energiefresser, doch der Anteil der Geräte für Information und
Kommunikation wächst immer schneller.
Dabei gibt es durchaus positive Vorbilder unter den genannten Geräten: Insbesondere Handys sind wahre Energiesparmeister. Mit drei Wattstunden, dem Energieinhalt typischer Handyakkus, halten sie mehrere Tage im Standby-Betrieb durch. Dabei empfangen sie sogar die ganze Zeit Signale vom Netz, um festzustellen, ob sie sich noch in derselben Zelle befinden, und natürlich, um auf eingehende Anrufe reagieren zu können. Derselbe Handy-Akku wäre schon nach weniger als einer Stunde leer, müsste er ein durchschnittliches DSL-Modem im Standby-Betrieb versorgen. Auch Festnetz-Telefonanlagen, Anrufbeantworter, DECT-Basisstationen, VoIP-Telefone, Ethernet-Hubs, WLAN-Router und vergleichbare Geräte genehmigen sich im Standby-Betrieb meist einige Watt. Oft gibt es noch nicht einmal einen Standby-Modus. Viele DSL-Modems haben immer den gleichen Strombedarf, egal, ob gerade Daten fließen oder nicht. Die Kosten für das einzelne Gerät sind zwar gering - ein Watt Standby-Stromverbrauch verursacht binnen eines Jahres gut einen Euro Stromrechnung - doch sie summieren sich: Hat jeder Bundesbürger im Schnitt eines der genannten Geräte mit fünf Watt Stromverbrauch in Betrieb, addieren sich die jährlichen Stromkosten bei einem Kilowattstundenpreis von 17 Cent auf knapp 500 Millionen Euro. Die zunehmende Digitalisierung bringt uns in den nächsten Jahren sicherlich viele neue Geräte, und damit weiter steigende Kosten für die Haushalte. Dabei wäre es durchaus möglich, den Standby-Strombedarf drastisch zu drosseln. Die Sparmaßnahmen beginnen bei Trafos mit höherem Wirkungsgrad, gehen weiter mit effizienten Spannungsreglern, und führen schließlich zu automatisch aktivierten Standby-Betriebsarten der eigentlichen Schaltungslogik. Damit ließe sich der Stromverbrauch bei vielen Tk-Geräten von 5 Watt auf 1/5 Watt drücken. Bei Geräten, die üblicherweise nicht rund um die Uhr im Standby-Betrieb laufen, wäre es auch gut, wenn sich wieder echte Ein-/Ausschalter etablieren, damit diese ausgeschaltet auch wirklich 0 Watt brauchen. Umsteuern schwierigDas Umsteuern zu Gunsten geringeren Verbrauchs ist schwierig. Zwar kostet in der Herstellung ein primärseitiger "echter" Ein-/Ausschalter nur wenige Cent mehr als der inzwischen üblich gewordene "unechte" Ein-/Ausschalter, der faktisch nur in den Standby zurückschaltet. Doch diese wenigen Cent in den Produktionskosten und im daraus resultierenden Gerätepreis können durchaus entscheidend sein, wenn ein Importeur zwischen zwei verschiedenen Lieferanten aus Fernost auswählt. Also wird billigstmöglich produziert. Und so kann es durchaus sein, dass ein 20-Euro-Anrufbeantworter während seines Lebens mehr Strom verbraucht, als seine Anschaffung gekostet hat. Ein Stromspar-Anrufbeantworter würde vermutlich 21 statt 20 Euro kosten, einen Mehrpreis, der sich schon nach wenigen Monaten Betrieb wieder amortisiert hat. Der Verbraucher hat aber faktisch keine Wahl und damit keinen Einfluss auf den Standby-Stromverbrauch. Die Frage, ob ein "Schnäppchen" ein Stromsparer oder Stromfresser ist, kann der Verkäufer aus dem Elektrogerätemarkt in der Regel nicht beantworten. Selbst dann, wenn "geringer Stromverbrauch" auf der Packung steht, heißt das noch lange nichts, denn dieses gibt nur die Meinung des Herstellers wieder, kein vergleichbares Qualitätskriterium. Der Verbraucher befindet sich bezüglich des Stromverbrauchs von Elektronikgeräten somit im Blindflug. Eine Lösung wäre, die schon bei "weißer Ware" (Wasch- und Spülmaschine, Kühlschrank) üblichen Produktaufkleber zu Waschleistung und Energieeffizienz in angemessener Form auf Elektronikgeräte zu übertragen. Doch bleibt die Frage, ob die Verbraucher diese Form der Kennzeichnung annehmen werden, so dass durch energiebewusste Kaufentscheidungen Druck auf die Hersteller ausgeübt wird. Stromsteuer umwidmen!Von mir wird daher eine Lösung favorisiert, die die Stromsteuer umwidmet. Statt den Endverbraucher über die Stromrechnung dafür zu bestrafen, dass er sich besonders energiehungrige Geräte angeschafft hat, sollte er schon bei der Anschaffung der Stromfresser zur Kasse gebeten werden. Die modifizierte Stromsteuer würde also beim Hersteller oder Importeur bestimmter Elektro- und Elektronikgeräte erhoben werden - und zwar in Abhängigkeit vom Betriebs- und Standby-Verbrauch. Die oben genannten Kostenargumente würden damit plötzlich zu Gunsten der Energiesparer ausfallen, und damit binnen kurzer Zeit eine Innovationswelle zur Reduktion gerade des Standby-Verbrauchs auslösen. Anzeige:
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