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Rückblick: 2 Jahre Call by Call im Ortsnetz

25.04.2005
16:06

Vermuteter Preisverfall blieb aus, Ortsgespräche teils teurer als Ferngespräche


Seit 2 Jahren: Call by Call im Ortsnetz
Bild: dpa
Heute vor genau zwei Jahren war es soweit: In Deutschland fiel das Monopol für Ortsgespräche. Bis dato konnten ausschließlich Vollanschlussanbieter diese Gespräche vermitteln - Call by Call war nicht möglich, lässt man einige Tricksereien wie Callthrough oder Call by Call per 0190-0-Nummer außen vor. Am 25. April 2003 jedoch musste die Deutsche Telekom Call by Call auch für Ortsgespräche zulassen.

In den ersten Tagen und Wochen kam es zu einem regelrechten Preisverfall. So waren zeitweilig ganztags Ortsgespräche für weniger als einen Cent pro Minute möglich. Doch die Freude über niedrige Tarife währte nicht lange. Nur wenige Wochen nach dem Marktstart erhöhten die Anbieter die Minutenpreise. Kein Wunder: Mit den niedrigen Tarifen legten die Anbieter bei jeder Gesprächsminute drauf. Denn alleine für das Vorprodukt, das heißt für die Netzzusammenschaltung mit der Telekom (Interconnection), muss der Anbieter 1,1 Cent pro Minute an den Marktführer bezahlen.

Ortsgespräche nicht bei jedem Anbieter möglich

Auch zwei Jahre nach der offiziellen Einführung von Call by Call im Ortsnetz gibt es noch nicht viele Telefongesellschaften bundesweit anbieten. Lediglich bei Arcor, freenetPHONE, Tele2 sowie 01051 und 01058 kann man davon ausgehen, dass die Dienste in nahezu allen 5 200 Ortsnetzen in Deutschland angeboten werden. Weitere Anbieter für Call by Call im Ortsnetz sind 01081 Telecom, 01038 Telekom, 3U, 01024 Telefondienste, OneTel, BT Germany sowie star79. Diese bieten ihre Dienste jedoch entweder nur in Ballungsräumen an oder haben lediglich 80 bis 90 Prozent der Ortsnetze erschlossen. Grund dafür sind die mit der Erschließung verbundenen Kosten. Um in allen 5 200 Ortsnetzen Ortsgespräche anbieten zu können, muss jeder Anbieter 478 Übergabepunkte mit der T-Com erschlossen haben. Ürsprünglich waren etwa 20 verschiedene Anbieter für Call by Call im Ortsnetz im Gespräch. Nach einer vorherigen Anmeldung können bundesweit auch die Netze von MCI und Colt genutzt werden, die ihre Dienste lediglich über Wiederverkäufer wie Comnet oder Tiscali anbieten.

Wichtig, wenn es um die Bepreisung der Telefonate geht: Ein Ortsgespräch ist - wie auch beim neu eingeführten T-Com-Tarif XXL Local - nur dann ein Ortsgespräch, wenn innerhalb der eigenen Ortsvorwahl telefoniert wird. Das gilt auch dann, wenn der angerufenen Anschluss aufgrund von Ortsnetzgrenzen nur wenige Meter von Anrufer entfernt ist, aber dennoch eine andere Vorwahl hat.

Das Tarifniveau der Ortsgespräche verwirrt viele Benutzer. Bei der 01070 von Arcor etwa kosten Ortsgespräche werktags nach 19 Uhr 0,99 Cent pro Minute. Ferngespräche jedoch kosten lediglich 0,78 Cent pro Minute. Zu erklären ist das einerseits mit dem ohnehin niedrigen, teils defizitären Preisniveau und andererseits mit den hohen Investitionskosten, um Ortsgespräche möglichst flächendeckend anbieten zu können. Welcher Anbieter aktuell der günstigste für Ortsgespräche ist, erfahren Sie in unserem Tarifrechner. Durch Aktivieren der Option "regional begrenzte Angebote zulassen" bekommen Sie auch jene Anbieter angezeigt, die nur in einigen wenigen Ortsnetzen aktiv sind.

 
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