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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Dubiose Mehrwertdienste-Anbieter nutzen Ortsnetzvorwahlen25.04.2005
11:54 Außerdem verstoßen sie gegen die gesetzliche Preisdeklarationspflicht
Unseriöse Anbieter von Mehrwertdiensten via
Sonderrufnummern weichen bei der Abwicklung
ihrer Angebote immer mehr auf Ortsnetzvorwahlen aus. Gleichzeitig finden in diesem
Bereich die meisten Verstöße gegen die gesetzliche Preisdeklarationspflicht statt.
Das hat die Untersuchung "Rufnummerngassen im Vergleich - Einhaltung von Deklarationspflichten und Transparenz von Dienstekennzahlen" ergeben, mit der der Freiwillige Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste e.V.
(FST) die am Markt
befindlichen Service-Rufnummern unter die Lupe genommen hat. Allerdings haben die
Autoren der Studie auch herausgefunden, dass die Bereitschaft der Anbieter von Telefonmehrwertdiensten zu verbraucherorientierter Preisinformationen deutlich
gestiegen ist. Insgesamt wurden über 800 Werbespots und -Anzeigen
erfasst.
Unseriöse Anbieter bringen ganze Branche in Verruf"Leider haben wir feststellen müssen, dass zunehmend mehr Anbieter ihre Angebote, die eigentlich der Rufnummerngasse 0190 bzw. 0900 zuzuordnen wären, über sogenannte geographische Rufnummern am Markt plazieren, ohne dass der Verbraucher transparent über die entstehenden Kosten informiert wird", berichtet FST-Geschäftsführerin Claudia Kalenberg. Von insgesamt 48 Spots oder Anzeigen ohne Preisangabe bzw. fehlerhafter Deklaration entfallen 28 auf Angebote, die statt der originär vorgesehen Rufnummergasse eine Ortsvorwahl nennen. 82,35 Prozent der erfassten geographischen Rufnummern wiesen laut der Untersuchung keine Preisangaben auf und belegen damit innerhalb des Segments die deutliche Tendenz zur Umgehung gesetzlicher Vorschriften. Typische Dienste für diesen Bereich sind Flirtlines oder Chat- und Dating-Angebote. Dabei hat gerade der 0190er Bereich nach Ansicht des FST große Fortschritte bei der Preistransparenz gemacht: Von 482 Werbemaßnahmen zu 0190-Nummern, über die zum Beispiel Angebote wie Gewinnspiele oder Flirtlines abgewickelt werden, haben der Studie zufolge nur vier eine fehlerhafte Preisangabe aufgewiesen. Für den Bereich 0900 registrierte der FST keinerlei Verstöße. Deshalb betont FST-Pressesprecherin Tanja Kaiser auch, dass in der Branche allgemein ein Trend zur Preistransparenz zu sehen sei. Dialer-Anbieter nutzten gleiche MascheEine ähnliche Masche haben in den vergangenen Jahren Dialer-Anbieter angewandt: Dabei wurden die Ortsvorwahlen von Hamburg und Frankfurt angewählt, über die die jeweiligen Dienste-Anbieter die Telefonnummern der Surfer verifizierten und damit ihre Wohnadressen herausfinden konnten. Den Nutzern der Einwahlnummern schickten sie dann gesonderte Rechnungen von bis zu 70 Euro für angebliche Monatsabonnements zu. Durch die Nutzung der Einwahlnummern mit Ortsnetzvorwahlen wurden die auf Mehrwertdienste-Nummern ausgelegten Nummernsperren umgangen. Den Anbietern - unter anderen die Hanseatischen Abrechnungssysteme (HAS) - wurde daraufhin von der Regulierungsbehörde die Rechnungslegung verboten, die betroffenen Nutzer mussten die Rechnungen nicht bezahlen. Dialer-Angebote über 0190-Nummern sind inzwischen ebenfalls nicht mehr erlaubt. Auch in den von dem FST entdeckten Fällen müssen die Kunden damit rechnen, dass ihnen nach Nutzung der Dienste separate Rechnungen ins Haus flattern, zumindest sind dem FST einige solcher Fälle bekannt. In der Regel nimmt jedoch die Telekom das Inkasso der Gebühren, die über die Mehrwertnummern erwirtschaftet werden, vor. Kaum Verstöße bei 0137- und 0180-NummernIm Gegensatz dazu haben die jungen Segmente wie 0137-TV-Voting Nummern oder beispielsweise die vielfach im Bereich Ticketing eingesetzten Shared-Cost-Nummern 0180 den Test laut FST bestanden: Bis auf wenige Ausnahmen ermöglichten hier saubere Preisgestaltung und transparente Kennzahlen dem Verbraucher einen problemloseren Umgang mit den Plattformen. Die Transparenz von Dienstekennzahlen ist aber neben der Einhaltung von Preisangaben ein wichtiges Kriterium für die Seriosität des Angebots, denn nur dadurch kann der Verbraucher die zu erwartenden Kosten für die Dienstleistung richtig einschätzen. Als Interessenvertreter des deutschen Telefonmehrwertdienste-Marktes verfolgt der FST das Ziel, bei der Standardisierung eines Verhaltenskodex gegen den Missbrauch von Mehrwertdienste-Rufnummern und bei der Ausgestaltung der politischen Rahmenbedingungen für die TMD-Branche maßgeblichen Einfluss zu nehmen. Etwa 60 Dienste-Anbieter, Netzbetreiber, Agenturen, Verbände und andere Organisationen aus dem Bereich Telefonmehrwertdienste sind dort Mitglied. Anzeige:
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