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Dialer-Betrüger sitzt hinter Gitter
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| Inzwischen liegen der Staatsanwaltschaft 250 Anzeigen vor |
23.04.2005 15:57 |
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Der Hauptverdächtige im bundesweit bisher größten
Betrugsfall mit kostenpflichtigen Einwahlprogrammen im Internet sitzt seit heute
in Untersuchungshaft. Er sei am Morgen dem Untersuchungsrichter in Osnabrück
vorgeführt worden, sagte Staatsanwalt Jürgen Lewandrowski. Der Mann hatte sich
nach Lettland abgesetzt und war am Freitag ausgeliefert worden. Zusammen mit
zwei Komplizen aus Nordrhein-Westfalen soll der in Düsseldorf lebende
Hauptverdächtige mindestens 100 000 Menschen geschädigt haben. Der
Schaden liegt bei 20 Millionen Euro.
Polizeibeamte haben bisher 800 000 Einwahlen überprüft

Beim Besuch von Internetseiten mit pornografischen Darstellungen wurden die Opfer
über einen so genannten Dialer zu teuren Einwahlen
umgeleitet. Der Dialer kassierte entweder 1,86 Euro pro Minute oder eine Art
Grundgebühr von 45 Euro plus 95 Cent pro Minute. Allein für eine der
20 gebührenpflichtigen Nummern waren 850 000 Telefondaten gefunden
worden. Die in dem Fall ermittelnden Polizeibeamten haben nach Angaben des
Staatsanwaltes bisher 800 000 Einwahlen überprüft. Die Geschädigten mussten
zum Teil sehr hohe Rechnungen zahlen. Die Verdächtigen sollen von Anfang 2002
bis August 2003 kassiert haben.
Inzwischen liegen rund 250 Anzeigen vor. Viele der Opfer schreckten aber
vor einer Anzeige zurück, sagte der Staatsanwalt. Die Osnabrücker Staatsanwaltschaft
hatte nach ersten Anzeigen das bundesweite Sammelverfahren übernommen. Lewandrowski
hofft, bis Ende des Jahres anklagen zu können. Nach Versendung von Fragebögen an
mögliche Opfer sei bei der Staatsanwaltschaft in Osnabrück bislang "ein Waschkorb
voll Post" eingegangen. "Wir haben auch DVDs und CDs bekommen", sagte
Lewandrowski. Er rechne damit, dass noch mehr Post eingehe.
Schutz vor Dialern

Wie Sie sich vor Dialern schützen können und was es sonst noch beim Surfen
im Internet zu beachten gilt, lesen Sie in unserem ausführlichen
Sicherheits-Ratgeber. Weitere Informationen zu Dialern
finden Sie auf unserer Infoseite.
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