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Ortung: Verbessertes GPS für Handynutzer

A-GPS soll Navigations- und Ortungsdienste erleichtern
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Bild: www.surujdutta.com Die Postitionsbestimmung per Satellit hat sich inzwischen bei zahlreichen Anwendungen durchgesetzt, im Mobilfunk wird sie beispielsweise für Navigationsdienste und Location-based Services (LBS) genutzt. In den letzten Tagen war GPS vor allem wegen der Entscheidung [Link entfernt] des Bundesverfassungsgerichtes im Gespräch, für die Verfolgung von potentiellen Straftätern die satellitengestützte Überwachung zuzulassen. Für die Standortbestimmung per GPS müssen die Handys mit einem entsprechendem Empfänger ausgestattet werden, der anhand der Signale, die er von den GPS-Satelliten empfängt, die Positionskoordinaten berechnet. Für diese Berechnung ist der Kontakt zu mindestens drei beteiligte GPS-Satelliten nötig.

Mit dem so genannten A-GPS (Assisted Global Positioning System), das speziell für den Einsatz in Handys entwickelt wurde, wird die Ortungsqualität entscheidend verbessert. Bei A-GPS bekommt das Handy aus dem Mobilfunknetz Daten zu Umlaufbahn, Frequenzen und Funktionsfähigkeit der Satelliten. Auf diese Weise können auch schwächere Satellitensignale schnell ausgewertet werden. Das spart im Vergleich zum herkömmlichen GPS Energie und Zeit. Statt einiger Minuten dauert es auch im offenen Gelände nur noch einige Sekunden, bis man nach Einschalten des Gerätes die exakten Koordinaten erhält.

Neue A-GPS-Lösung von Siemens

Allerdings müssen die Mobilfunknetze entsprechend nachgerüstet werden, was nach Auskunft von Siemens bisher mit einem erheblichen Aufwand verbunden war. Deshalb werde diese Technik zurzeit kaum genutzt. Siemens hat nun ein spezielles Computersystem entwickelt, das von den Netzbetreibern in ihr Mobilfunknetz integriert werden kann. Praktisch ist GPS zur Ortung des Handys, nicht nur im Notfall, wo sie etwa für Rettungsdienste hilfreich sein kann, sondern auch für moderne Spielereien, wie das in Japan beliebte Mogi, eine Art Schatzsuche per GPS.

Wie das Handelsblatt berichtet, hat T-Mobile die neue A-GPS-Lösung jetzt in Tschechien getestet. Der Vorteil sei, dass diese Lösung mit relativ geringen Investitionskosten genutzt werden könne, um den Kunden den neuen Ortungsdienst zur Verfügung zu stellen. Wann T-Mobile diesen Dienst anbieten wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Siemens will die neuen A-GPS-Lösung ab diesem Sommer vermarkten. Motorola hat auch ein erstes Handy mit dieser Technologie angekündigt. Auch im ersten eigenen UMTS-Handy von Siemens, dem SXG75, wird A-GPS an Bord sein.

Wie bereits berichtet, gehen die Handy-Hersteller davon aus, dass neue gesetzliche Bestimmungen die Nachfrage nach Mobiltelefonen mit A-GPS steigen lassen. In den USA müssen alle Anbieter von drahtlosen Diensten ihre Infrastruktur so umzurüsten, dass ab Ende 2005 alle von Mobiltelefonen aus getätigten Notrufe genau lokalisiert werden können. Und in Japan müssen alle nach April 2007 verkauften Mobiltelefone der dritten Generation über die A-GPS-Funktionalität für Notrufe verfügen.

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